PM: Ein Semester geht zu Ende - Campusgrün Bayern zieht Bilanz

10.02.2012: Das Wintersemester 2011 / 12 nähert sich dem Ende und offenbart einmal mehr, auf welchen Irrwegen sich die bayerische Hochschulpolitik der schwarz-gelben Landesregierung befindet: Maßlos überfüllte Seminare und Hörsäle, nicht genügend Wohnraum in den Hochschulstädten, ein krampfhaftes Festhalten an Studiengebühren und weitherhin keine angemessene studentische Mitbestimmung.

Laura Gunesch, Sprecherin von Campusgrün Bayern, bemängelt allen voran die Kurzsichtigkeit in Bezug auf den doppelten Abiturjahrgang: "Es ist schockierend, wie unzureichend die bayerischen Hochschulen auf den doppelten Abiturjahrgang vorbereitet wurden. Zwar rühmt sich Minister Heubisch immer mit der Ausbauplanung für den doppelten Abiturjahrgang, aber diese ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, da das bayerische Hochschulsystem schon seit Jahren chronisch unterfinanziert ist. Zum Beispiel müssen in München Studierende der Volkswirtschaftslehre eine Mathematikvorlesung mit 1300 Kommilitoninnen und Kommilitonen besuchen. Um die Inhalte aus dieser Vorlesung überhaupt verinnerlichen zu können, ist es allerdings nötig diese in Übungen anzuwenden. Bei vier angebotenen Übungsgruppen mit jeweils über 300 Studierenden ist an eine auch nur annähernd individuelle Betreuung nicht zu denken. Auch an anderen Hochschulstandorten gibt es zahllose solcher Beispiele. An der Universität Erlangen bestehen Seminar in den Naturwissenschaften aus 90 Studierenden. Gerade in den Naturwissenschaften, wo es auch auf praktisches Know-How im Labor ankommt, ist dieser Zustand völlig untragbar." Doch auch gerade in finanzieller Hinsicht stehen Studierende in Bayern besonders schlecht da, kritisiert Fabian Konrad, Sprecher von Campusgrün Bayern: "In sämtlichen größeren Hochschulstädten ist es nahezu unmöglich bezahlbaren Wohnraum zu finden, da immer mehr Studierende in die Städte drängen. Von Seiten des Wissenschaftsministeriums wurde dieser Aspekt völlig verschlafen. Beispielsweise hätte man die Studentenwerke rechtzeitig mit Mittel ausstatten können, um temporären Wohnraum in Form von Wohnwürfeln zu schaffen. Jedoch ist nichts geschehen. Ebenso stellen die Studiengebühren für Studierende aus ärmeren Verhältnissen eine ernste Hürde dar. Anstatt dem Beispiel von anderen Bundesländern zu folgen und die Studiengebühren abzuschaffen, trägt Minister Heubisch die Campusmaut wie eine Monstranz vor sich her. Dabei können die zusätzlichen Mittel entweder nicht für sinnvolle Verbesserungen ausgegeben werden oder sie müssen Löcher stopfen, die nun schon seit Jahren klaffen. So sollten an der Universität Augsburg die angesammelten Mittel aus den Studiengebühren für ein Cafe auf dem Campus ausgegeben werden. An der Uni Würzburg sind bis heute bereits über 2 Millionen € in die Zentralverwaltung geflossen, um die Umstellung auf Bachelor und Master zu bewältigen. Herr Heubischmuss endlich erkennen, dass Bildung ein Grundrecht ist und somit Studiengebühren völlig fehl am Platz sind!"

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