PM: Wer hat, dem wird gegeben

04.05.2010: Zur geplanten Erhöhung des monatlichen Büchergeldes für Stipendiaten von 80 auf 300 Euro erklärt Campusgrün Bayern - Landesverband Grüner Hochschulgruppen:

Schon lange wissen wir, dass bei der Vergabe von Stipendien zur Studienfinanzierung in Deutschland gilt: Wer hat, dem wird gegeben. Nicht nur ist es längst bekannt, dass soziale Kriterien bei der Vergabe von Stipendien zur Studienfinanzierung kaum eine Rolle spielen, sondern hauptsächlich Kinder aus finanziell besonders abgesicherten AkademikerInnenhaushalten gefördert werden. Gerade Studierende mit diesem sozialen Hintergrund haben meist die geringsten Schwierigkeiten auf ihrem Weg nach oben - erhalten sie doch bereits von Haus aus besondere ideelle und finanzielle Förderung.

Daher erklärt Katharina Günther, Sprecherin von Campusgrün Bayern zur anstehenden Erhöhung des elternunabhängigen Büchergeldes:
"Dass ausgerechnet die bestabgesicherten Studierenden demnächst 300 Euro erhalten sollen, ist ein sozialpolitischer Skandal! Um die derzeitige soziale Schieflage im Bildungssystem endlich auszugleichen, bedarf es der fairen Förderung breiter gesellschaftlicher Schichten."
Dass sogar mehrere tausend von der Erhöhung profitierende Stipendiaten eine Petition gegen die Aufstockung unterzeichneten, zeige überdeutlich, auf welchem Irrweg sich die schwarz-gelbe Bundesregierung mit ihrem Nationalen Stipendiengesetz befinde.

Katharina Günther stellt klar, dass Stipendien prinzipiell eine begrüßenswerte Sache seien, sofern die wirklich bedürftigen Personen gefördert würden und die Stiftungen bereit wären die Sozialstruktur ihrer Stipendiaten grundlegend zu ändern. Den besonderen Wert ideeller Förderung auch für die Gesellschaft wolle sie keinesfalls abstreiten, jedoch mache es in keinster Weise Sinn privilegierte Studierende noch weiter zu fördern, wenn dabei sozial Benachteiligte auf der Strecke blieben.

Daher fordert Campusgrün Bayern eine deutlich verbesserte Grundförderung für breite Schichten von Studierenden und die Rücknahme der sozialpolitisch fatalen Büchergelderhöhung für Stipendiatinnen und Stipendiaten. Dass es bereits sinnvolle Konzepte für eine sozial ausgewogene Studienfinanzierung gibt, zeigt das grüne Zwei-Säulenmodell mit elternunabhängiger Grundförderung und starker sozialer Komponente in der elternabhängigen Förderung.

Vorstand Campusgrün Bayern

Nachrichten
Zum Thema