Wie wir aus der Krise kommen - Grüne Antworten auf jedermanns Fragen - Reinhard Bütikofer in Bayreuth

25.04.2009: Dass auch in Zeiten der Finanzkrise Grüne Politik nicht obsolet, sondern im Gegenteil unverzichtbar ist, lernten all jene, die am Samstag den 25. April die Chance nutzten, den Europawahl-Spitzenkandidat und ehemaligen Vorsitzenden von Bündnis90/Die Grünen einmal live zu erleben. Die Grüne Hochschulgruppe Bayreuth in Kooperation mit Campusgrün Bayern und der Petra-Kelly-Stiftung hatte geladen und etwa 40 Leute, vor allem Studierende, aber auch Bürger aus Bayreuth, kamen trotz strahlendem Sonnenschein zur Auftaktveranstaltung der Campustour in Bayreuth.

Reinhard Bütikofer machte trotz der Wahlkampfstrapazen einen sehr gut gelaunten Eindruck und schaffte es von Beginn an, mit seiner humorvollen Art auch das Publikum für sich und seine Sache zu begeistern. Dabei waren die Themen seines Vortrages alles andere als erfreulich: Globale Finanzkrise, drohender Klimakollaps, Energie- und Rohstoffverknappung, die Zunahme des Hungers weltweit. Seine Skizze der Lage, in der sich die Menschheit derzeit befindet, konnte durchaus als klare Warnung verstanden werden: Wenn die Menschheit nicht endlich handelt, ist die Gefahr hoch, dass wir gleich mehrere Katastrophen erleben. Der unregulierte Kapitalismus hat nicht nur zur Kernschmelze an den Finanzmärkten geführt, sondern produziert ökologische und soziale Kosten, die schon heute nicht mehr tragbar sind.

Alle Anstrengungen, die bisher unternommen wurden, können höchstens als halbherzig bezeichnet werden. Der anthropogene Klimawandel schreitet weiter voran, ohne das sich die Staatengemeinschaft bisher auf ein Nachfolgeabkommen für das auslaufende Kyoto-Protokoll geeinigt hätte. Während die Industrieländer sich nicht auf einen effektiven Klimaschutz verständigen können, sind es vor allem die ärmsten Länder, die unter den Folgen des Klimawandels leiden. Bei diesen zentralen Aufgaben, vor der die Menschheit steht, kann es deshalb kein einfaches "weiter so" geben. Dabei stellte Bütikofer auch klar, dass es in der jetzigen Situation fatal wäre, die Finanzkrise als Ausrede anzuführen, um die nötigen Maßnahmen auf die lange Bank zu schieben. Stattdessen sollte die derzeitige Krise eher als Chance begriffen werden, endlich die nötigen Strukturveränderungen in Angriff zu nehmen. Während andere Parteien sich in der Diskussion um Konjunkurpakete und Opel-Rettung aufreiben und dabei die langfristigen Perspektiven aus dem Blick verlieren, vertreten die Grünen ein Programm, das den "Großen Wurf" wagt:
Ein "Green New Deal", ein Paket mutiger sozialer und wirtschaftlicher Reformen, dass von einer breiten gesellschaftlichen Bewegung getragen wird, soll die nötigen Impulse geben, um die Herausforderungen, vor denen wir stehen, zu meistern. Am Beispiel einer modernen Verkehrspolitik machte Bütikofer deutlich, wie eine grüne und moderne Industriepolitik dazu beitragen kann, gleichzeitig für mehr Arbeitsplätze und eine Verbesserung des Klimawandels zu sorgen.
Insgesamt zeigte sich Bütikofer auch in der anschließenden Fragerunde recht optimistisch, was die Umsetzung des ambitionierten Projektes betrifft: Auf jeden Fall werde er dafür kämpfen, meinte er dann zum Schluss, und das nahmen ihm die Zuhörer nach seinem leidenschaftlichen Vortrag auch gerne ab.

Grüne Hochschulgruppe Bayreuth

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