Mehr Investitionen in das Bildungssystem

21.05.2009: Vortrag und Diskussion mit dem Bundestagsmitglied Kai Gehring in Würzburg im Rahmen der Campustour

Am 18. Mai 2009 besuchte Kai Gehring im Rahmen der Campustour, einer Veranstaltung von Campusgrün Bayern und der Heinrich Böll Stiftung, die Grüne Hochschulgruppe in Würzburg zu einem Vortrag mit anschließender Diskussion zum Thema "Bologna Prozess - Schritt in die Welt oder ins Abseits". Nachdem der jugend- und hochschulpolitische Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion sich mit dem Kreisverband von Bündnis 90 / Die Grünen und dem Sprecher und Sprecherinnenrat der Universität Würzburg zum Gedankenaustausch getroffen hatte, konnten über 20 Besucher, die trotz des schönen Wetters eine politische Diskussion nicht scheuten, die bildungs- und hochschulpolitischen Ansichten der Grünen aus erster Hand erfahren.

Kai Gehring forderte eine Nachbesserung der Bologna-Reform, die zwar einer guten Idee entspringe, aber deren Umsetzung an vielen Ecken und Enden Mängel aufweise. Vor allem die Anerkennung im Ausland erbrachter Leistungen und eine Entschärfung des straffen Zeitplanes seien dabei wichtig, so das Bundestagsmitglied. Die Idee größerer Mobilität müsse nun tatsächlich umgesetzt werden, wobei auch die Finanzen eine große Rolle spielen. In Zeiten von Abwrack- Prämie und Rettungspaketen für Banken, müsse auch genügend Geld für die Bildung vorhanden sein. In den nächsten Jahren werden 500 000 Studienplätze fehlen, die geschaffen und finanziert werden müssen. Auch die finanzielle Lage der Studierenden sei schwierig. Deshalb hat die Grüne Partei auf ihrer Bundesdelegiertenkonferenz ein Zwei-Säulen Modell der Studienfinanzierung beschlossen, dass sie nach der Wahl gerne umsetzen möchte: jeder Studierende würde demnach elternunabhängig einen Grundbetrag von 200 € bekommen, sowie einen elternabhängigen Betrag plus Wohngeld und Krankenversicherungszuschlag. Der bisherige Höchstsatz der staatlichen Förderung würde so von 643 € auf 800 € steigen - bei den erhöhten Lebenshaltungskosten durchaus angemessen. Es müsste nicht zurückgezahlt werden und die Gegenfinanzierung ist durch den völligen Aufgang des Bafög und des Kindergeldes in dem Modell, sowie durch eine eventuelle Anhebung des Spitzensteuersatzes geplant.

All diese Punkte führten im Anschluss an den Vortrag zu einer lebhaften Diskussion, in der Fragen zur Qualität der Lehre, zur Verschulung der Studiengänge, zu Stufiengebühren und zu aktuellen Problemen, wie fehlender Akkreditierung von Studiengängen und der Modularisierung der Lehramtsstudiengänge aufgeworfen wurden. Auch die Lage der Würzburger Universität wurde andiskutiert - denn auch hier läuft vieles nicht reibungslos.

Als Fazit bleibt zu sagen: im Rahmen der Campustour ist es auch in Würzburg gelungen, die (politische) Diskussion wieder an die Hochschulen zu holen. Die gute Beteiligung an der Gesprächsrunde zeigt: allen Studien zum trotz gibt es weiterhin Studierende, die an politischen Fragen Interesse zeigen und denen ihre Hochschule und deren Zukunft am Herzen liegt.

Grüne Hochschulgruppe Würzburg

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