Herausforderungen an eine europäische Außen- und Friedenspolitik - Barbara Lochbihler an der Uni Passau

05.05.2009: Am Di, den 5. Mai kam Barbara Lochbihler, Kandidatin der Grünen für das Europaparlament, auf Einladung der Grünen Hochschulgruppe und Campusgrün Bayern an die Universität Passau. Sie sprach mit großer Fachkenntnis über Friedensmissionen der EU, Schaden und Nutzen militärischer Interventionen und mögliche Ziele für eine künftige Weltpolitik mit oder ohne den Vertrag von Lissabon. Ca. 25 Studierende nutzten die Gelegenheit zum direkten Gespräch mit der ehemaligen Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland.

Barbara Lochbihler in Passau

Barbara Lochbihler begann das Gespräch mit ihrem eigenen Werdegang von der Sozialpädagogin über ein zweites Studium der Politikwissenschaft, Volkswirtschaft und internationales Recht zu ihrer Arbeit bei der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit in Genf und als Generalsekretärin für Amnesty International Deutschland, um den interessierten Studierenden aufzuzeigen, dass eine Karriere in der internationalen Politik nicht immer ganz geradlinig verlaufen muss. Sie sprach über die besondere, internationale Atmosphäre in Genf, den Kontakt mit der UNO und ihre Ansichten über die Außen- und Sicherheitspolitik der europäischen Union. Als Kandidatin für BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN im Europaparlament stellen sich für Lochbihler besonders die Fragen, wann ein militärisches Eingreifen in Krisengebieten sinnvoll ist und ob sich in so genannten 'failed states' Soldaten auf die Dauer je als effizienter als humanitäre Helfer ohne Waffengewalt erwiesen haben. Als Verfechterin einer grünen Menschenrechtspolitik liegt ihr ein starkes Auftreten der EU bei der Verhinderung von Menschenrechtsverletzungen weltweit besonders am Herzen. Sie machte deutlich, dass die EU die Strukturen besitzt, um effektive Menschenrechtspolitik zu betreiben. Ein einiges Auftreten der Unionsländer nach außen ist dafür jedoch unerlässlich. Lochbihler thematisierte auch die Zusammenarbeit der EU mit den USA, China und anderen Staaten und sprach sich für eine starke Stimme Europas in der Weltpolitik aus. Als Schritte in die richtige Richtung nannte sie dabei das Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon sowie den Plan, Europa-Botschaften statt einzelner Ländervertretungen einzurichten. Die ca. 25 Studierenden, die sich trotz der Platzierung des Vortrags, inmitten des Unitags um 14.00, eingefunden hatten, waren begeistert von dem offenen Diskussionsklima, bei dem die Europakandidatin von Anfang an auf alle Fragen einging, sich mit ihren ZuhörerInnen auf eine Ebene begab und diese immer wieder zu einer Karriere in der internationalen Politik ermutigte. Die Grüne Hochschulgruppe freut sich über den großen Erfolg der Veranstaltung und wird die Veranstaltungsreihe der Campustour 2009 am 18. Mai mit der Vorführung des Films "Afrika - Jenseits vom Traum" fortsetzen.

Grüne Hochschulgruppe Passau

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