Nein zur Campus-Maut in Nordrhein-Westfalen

13.06.2017: Campusgrün tritt den Plänen von CDU und FDP entgegen, Studiengebühren für Studierende aus Nicht-EU-Staaten in Höhe von 1.500 Euro pro Semester einzuführen: Bildung ist ein hohes Gut, das nicht zur Ware werden darf.

Campusgrün tritt den Plänen von CDU und FDP entgegen, Studiengebühren für Studierende aus Nicht-EU-Staaten in Höhe von 1.500 Euro pro Semester einzuführen: Bildung ist ein hohes Gut, das nicht zur Ware werden darf.

Wir, der Bundesvorstand von Campusgrün und die Landeskoordination campus:grün NRW, lehnen jegliche Form der Studiengebühren ab. Bildung ist ein Menschenrecht, das nicht der Ökonomisierung zum Opfer fallen darf. Das gilt nicht nur für Bürger*innen von Deutschland oder der EU, sondern für alle, die in NRW lernen und studieren wollen. FDP-Chef Christian Lindner erhofft sich durch die Einführung dieser Gebühren mittelfristig Einnahmen von bis zu 100 Millionen Euro pro Jahr, die in Bildung investiert werden sollen. Das bedeutet aber eine Hochschulfinanzierung auf Kosten der Studierenden und widerspricht der elementaren Aufgabe des Landes, Gelder für die Finanzierung der Lehre an Hochschulen bereitzustellen. Die Wiedereinführung von Studiengebühren - und sei es auch "nur" für ausländische Studierende - ist unsozial und ungerecht, macht es ein Studium doch abhängig vom Geld der Studierenden und nicht von ihrem Willen und ihren Fähigkeiten ein Fach zu studieren.

Die Erhebung von Studiengebühren für internationale Studierende stellt eine erhebliche Hürde für den Hochschulzugang dar, insbesondere da das Einkommensniveau in vielen Nicht-EU-Staaten deutlich unter dem deutschen Durchschnitt liegt. Studiengebühren sind elitär und sorgen für eine Selektion beim Hochschulzugang. Bildung darf grundsätzlich nicht von den finanziellen Bedingungen der Familie abhängen.

Nordrhein-Westfalen profitiert von internationalen Studierenden. Sie bereichern unsere Gesellschaft auf vielfältige Weise und sorgen für ein offenes, internationales Klima an den Hochschulen. Viele Studierende aus Ländern außerhalb der EU möchten wegen des Studienangebots in NRW studieren und nicht etwa, weil hier keine Studiengebühren erhoben werden. Diese Studierenden haben mit zusätzlichen Belastungen wie Reisekosten oder dem Erlernen der deutschen Sprache zu kämpfen. Ihr Wunschstudium darf ihnen durch Studiengebühren nicht noch weiter erschwert werden. Daher halten wir Gebühren für Nicht-EU-Studierende auch für diskriminierend.

"Studiengebühren für Nicht-EU-Studierende stehen einem offenen und internationalen Bildungssystem im Wege und dürfen nicht von der staatlichen Pflicht zur Hochschulfinanzierung ablenken. Eine Campus-Maut für internationale Studierende lehnen wir entschieden ab", so Madelaine Stahl, Sprecherin im Campusgrün Bundesvorstand.

Im Bundesverband Campusgrün und der Landeskoordination campus:grün NRW organisieren sich grüne und grün-alternative Hochschulgruppen auf Landes- und Bundesebene.

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