Campusgrün Baden-Württemberg begrüßt die Entscheidung des Senats der Universität Mannheim zur Forderung der Wiedereinführung der Verfassten Studierendenschaft

15.12.2009: Mit dem Senatsbeschluss vom 9.12.2009 spricht sich nun eine weitere Universität in Baden-Württemberg für die Wiedereinführung einer Verfassten Studierendenschaft aus. In den Jahren zuvor forderten dies bereits die Universitäten Heidelberg, Freiburg, Tübingen und Karlsruhe sowie die PH Freiburg. Campusgrün Baden-Württemberg sieht in diesen Bekundungen ein deutliches Signal an die Landesregierung.

"Die CDU/FDP-Regierungskoalition muss ihre gestrigen Ansichten über die Verfassten Studierendenschaften endlich ablegen. Bayern und Baden-Württemberg sind die einzigen zwei Bundesländer, in denen es keine Verfassten Studierendenschaften gibt. Die aus den 70er Jahren stammende Angst vor den Hochschulen als "Sympathisantensumpf des Terrorismus", wie sie der damalige Ministerpräsident Filbinger nannte, ist nicht nur unbegründet, sondern mit dem demokratischen Grundverständnis der Bundesrepublik Deutschland unvereinbar", erklärt Daniel Kanzleiter, Sprecher von Campusgrün Baden-Württemberg.

Als Körperschaft des öffentlichen Rechts wäre eine Verfasste Studierendenschaft in der Lage, Verträge abzuschließen oder z. B. mit Verkehrsverbänden in Verhandlungen über ein Semesterticket zu treten. Die Finanzautonomie würde eine ausreichende Förderung studentischer Belange, von Betreuungs- und Beratungsangeboten bis hin zu politischer Bildung, ermöglichen. Auch hätten die Hochschulleitungen eindeutige, legitimierte Ansprechpartner, was die Kommunikation zwischen Studierenden und der Hochschule erheblich erleichtern würde.

"Eine Wiedereinführung der Verfassten Studierendenschaften wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung", so Helene Ganser, Sprecherin von Campusgrün Baden-Württemberg, "doch fordern wir insgesamt eine stärkere institutionelle Einbindung der Studierenden auf allen Ebenen der Hochschule.Viele Missstände, die im Zuge der Umsetzung der Bologna-Reform aufgetreten sind, hätten so verhindert werden können."

Campusgrün Baden-Württemberg fordert die Landesregierung sowie die Hochschulleitungen auf, die Studierenden endlich als gleichberechtigte Mitglieder der Hochschule anzuerkennen und ihnen dementsprechend mehr Mitspracherechte einzuräumen.

"Ein Gelingen der Bologna-Reform funktioniert nur durch ein Miteinander aller Beteiligten, vom Studierenden über den Mittelbau bis hin zum Ministerium und der Landesregierung. Was wir brauchen, ist eine andere Kultur des Miteinanders. Eine institutionelle Stärkung der Studierendenschaft durch die Wiedereinführung Verfasster Studierendenschaften wäre dabei ein - längst überfälliger - Anfang", resümiert Kanzleiter.

Nachrichten
Zum Thema