Bologna-Kongress: Grüne Jugend und Campusgrün kritisieren Umsetzung und fordern ernsthafte Mitsprache

09.03.2010: Campusgrün und Grüne Jugend Baden-Württemberg ziehen eine negative Bilanz des gestern abgehaltenen Bologna-Kongresses des Wissenschaftsministeriums.

Zu Beginn des Kongresses hatte Minister Frankenberg noch angekündigt, er sei sich sicher, man könnte "den Bologna-Prozess zu einem großen Erfolg machen", würde man nur "aufmerksam einander zuhören", doch sehr schnell wurde vor allem den teilnehmenden Studierenden deutlich, dass sich die versprochene Dialogbereitschaft eher an die zahlreichen anwesenden RektorInnen und ProfessorInnen richtete.

Nicht nur war die Auswahl der eingeladenen Studierenden höchst fragwürdig und erinnerte an bloße Willkür, auch fehlten auf den Podien speziell Bachelor-Studierende. Wesentliche Probleme bei der Umsetzung des Bologna-Prozesses wurden nicht aufgegriffen oder in der Diskussion übergangen. So wurde der deutlichen Kritik der anwesenden Studierenden an der fehlenden Mitbestimmung und ungenügenden Beteiligung bei der Gestaltung der Studiengänge kein Raum gegeben. Jedoch lassen sich nur mit einer Ausweitung der Partizipationsmöglichkeiten Probleme, die im Zuge der Reform aufgetreten sind, in Zukunft vermeiden. "Wir fordern die Wiedereinführung der Verfassten Studierendenschaft mit allgemeinpolitischem Mandat", so Daniel Kanzleiter, Sprecher von Campusgrün Baden-Württemberg. "Nur so lässt sich studentische Mitbestimmung, die auch ernst genommen wird, gewährleisten.", führt er weiter aus.

Der Frage nach den Zielen eines Studiums wurde während der Veranstaltung auch nur am Rande nachgegangen, obwohl diese eigentlich die Struktur des Studiums bestimmen sollten. "Die Befähigung zu kritischem Denken, zur Reflexion erlernten Wissens und Entfaltung der Persönlichkeit sehen wir als wichtge Grundpfeiler eines Hochschulstudiums an. Hierfür muss es weiterhin die notwendigen Freiräume geben!", fordert Julia Janczyk, Vorsitzende der Grünen Jugend Baden-Württemberg. "Nur so sind die Studierenden in der Lage, eigene Schwerpunkte zu setzen und eigene Interessen zu vertiefen." Campusgrün und Grüne Jugend Baden-Württemberg erneuern ebenso ihre Forderung nach einem gesetzlichen Anspruch auf einen Masterplatz sowie die Abschaffung von Studiengebühren. "Niemand darf vom Zugang zu Bildung ausgeschlossen werden - weder durch Zugangsbeschränkungen, noch durch finanzielle Hürden.", erläutern die beiden abschließend.

Nachrichten
Zum Thema