PM: Gegen das Nationale Stipendienprogramm von Ministerin Schavan, für ein gerechteres System der Studienfinanzierung!

04.02.2011: Vergangenen Dienstag hat Bundesministerin Schavan den Auftakt des neuen "Deutschland-Stipendiums" verkündet. In dessen Rahmen sollen Studierende mit besonders guten Noten mit 300 Euro monatlich belohnt werden. Campusgrün äußert scharfe Kritik an den Plänen der Ministerin und zeigt sozialverträgliche Alternativen auf:

Patrick Luzina, Sprecher von Campusgrün erklärt:
"Studierende mit besonders guten Noten mit 300 Euro im Monat zu fördern ist sozial nicht gerecht und passt in Anette Schavans Muster, eine kleine so genannte Elite der Studierende zu fördern und die große Masse zu vernachlässigen. Studierende aus finanzstarken Haushalten fällt es schon jetzt leichter, gute Abschlüsse und Noten zu erzielen. Auch, weil sie durch die finanzielle Unterstützung ihrer Eltern weniger Nebenjobs annehmen müssen und sich so eher auf die Uni konzentrieren können als Kommilitonen und Komilitoninnen aus finanzschwachen Haushalten. Diese soziale Kluft zwischen den Studierenden noch weiter zu vergrößern als es das bestehende ungerechte Stipendiensystem ohnehin tut, ist verantwortungslos! "

Katharina Günther, Sprecherin von Campusgrün Bayern, ergänzt:

"Wenn man die Sozialstruktur von Stipendiatinnen und Stipendiaten genauer betrachtet, stellt man schon im bestehenden System fest, dass Studierende aus finanzstarken Haushalten häufiger gefördert werden als Studierende, die auf Grund ihres finanziellen Hintergrundes eine finanzielle Unterstützung ihres Studiums benötigen würden. Unterstützt werden also diejenigen, die es eigentlich gar nicht brauchen. Die Bundesregierung muss endlich damit aufhören, es einer kleinen Leistungselite immer leichter zu machen, erfolgreich zu studieren und sich auch noch mit einem Stipendium zu schmücken, sondern muss stattdessen endlich anfangen so viele kluge Köpfe wie möglich fördern.

Sowohl aus Gründen der sozialen Gerechtigkeit, als auch angesichts des drohenden Fachkräftemangels können wir uns Schavans Klientelpolitik für eine kleine Finanzelite nicht mehr leisten!"

Alternativen zum bestehenden System der Studienfinanzierung zeigt Max Rumler, Sprecher von Campusgrün Bayern, auf:

"Das Grüne Zwei-Säulen-Modell der Studienfinanzierung ist in die richtige Richtung gedacht: Es besteht aus einer elternunabhängigen Säule, die als Grundsicherung für alle Studierende vorgesehen ist. Eine zweite Säule soll die verschiedenen Bedarfslagen der Studierenden berücksichtigen. Es ist an der Zeit, anhand eines solchen Modelles eine sozial gerechte Alternative zum bestehenden System der Studienfinanzierung bestehend aus intransparent verteilten Stipendien, zu niedrigen BAföG- Sätzen und in der Bezugsdauer gekürzten Kindergeld zu entwickeln."

Vorstand Campusgrün und Vorstand Campusgrün Bayern

Zugehörige Dateien:
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