Wir lassen uns von Kopenhagen nicht entmutigen!

24.12.2009: Die Verhandlungen der letzten beiden Wochen in Kopenhagen sollten zu einem Abkommen führen, das an Kyoto anknüpft und dem Klimawandel entschieden entgegenwirkt. Was am Ende herauskam, ist wohl das Schlimmste, was der Welt hätte bescheinigt werden können.

"Change The Politics - Not The Climate!"

"Change The Politics - Not The Climate!"

Das Abkommen beinhaltet keine rechtlich verbindlichen Ziele, noch wann oder wie diese nunmehr nur wagen Ziele in Zukunft zustande kommen werden. Die Erderwärmung um 2°C wird nur ausschließlich als Gefahrengrenze anerkannt, nicht aber als ein Ziel beschlossen. Selbst die versprochenen 100 Mrd. Dollar für einen Klimafond, der Entwicklungsländern zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels bereitsteht, sind zum großen Teil Gelder, die bereits für Entwicklungshilfe oder andere Projekte vorgesehen waren. Diese Vereinbarung spiegelt vor allem die Interessen der USA und China wieder, wobei die EU und andere Länder ihre Chance vertan haben, die Verhandlungen zu einem Erfolg zu führen.

Campusgrün ist zutiefst enttäuscht von diesen mangelhaften Ergebnissen. Zusammen mit 100.000 Menschen machten wir in Kopenhagen deutlich, dass es allerhöchste Zeit für ein bindendes, effektives Abkommen ist, um dem Klimawandel noch begegnen zu können. Doch unsere Stimmen wurden nicht erhört.

Die getroffene Übereinkunft von Kopenhagen ist in vielerlei Hinsicht sogar schlechter als gar keine Übereinkunft. Hätte doch ein radikales Scheitern viel deutlicher aufgezeigt, wie weit die Interessen und Nöte dieser Welt derzeit auseinander liegen.

Und doch, wir werden uns nicht entmutigen lassen! Denn gerade die zahlreichen Menschen in Kopenhagen (ganz besonderer Dank an alle die mit uns vor Ort waren!) und auch die vielen, über die ganze Welt verstreuten Aktionen zeigen, dass wir eine Bewegung losgetreten haben, die sofortige radikale Ergebnisse einfordert und einklagt nach ihrem Vorbild aktiv gegen den Klimawandel vorzugehen. Auf diesem Gipfel haben die Mächtigen nicht angefangen die Welt zu retten, sondern sie weiter auf den Abgrund zusteuern lassen. Deshalb müssen wir auch weiter auf allen erdenklichen Wegen dafür kämpfen.

Campusgrün versteht Universitäten als treibende Kraft in diesem Prozess. Universitäten nehmen eine Vorreiter-Rolle im Technologiefortschritt ein und entwickeln das Leitbild für unserer Gesellschaft mit. Nicht nur grüne Technologie ist ein Zeichen gegen den Klimawandel, sondern auch Nachhaltigkeit in Lehre, Forschung und Erziehung. Der ressourcensparende Umgang muss Realität werden, klimaneutrales Leben darf keine Worthülse mehr bleiben. Universitäten müssen ihr Wissen für eine bessere Welt teilen, müssen mit ihrem Leitbild einen Beitrag zur Gesellschaft leisten und nicht zuletzt selber mit gutem Vorbild vorangehen.

Campusgrün wird diesen Prozess, der an manchen Universitäten schon in Gang gesetzt wurde, und die Diskussionen darum im kommenden Jahr im Rahmen einer Campustour zusammen mit der Heinrich-Böll-Stiftung an die Universitäten tragen. Auf das wir eine nachhaltigere Welt schaffen und den Druck auf die Mächtigen erhöhen!