Newsletter - September 2008

16.09.2008: Themen: Bologna und die Folgen, Bildungsgipfel von Angela Merkel, follow up - Zweites Treffen zwischen Aktiven der Grünen Hochschulgruppen und StipendiatInnen der Heinrich-Böll-Stiftung, EMAS Zertifizierung in Tübingen, Demonstrationen gegen Kohlekraft, AktiVorOrt - Bayreuth, Auf ins interne Wiki

Liebe hochschulpolitisch Aktive und Interessierte, Im folgenden erhaltet Ihr eine Übersicht über die aktuellen und geplanten Aktivitäten von Campusgrün sowie über einzelne Hochschulpolitische Themen.

Bologna und die Folgen: Komplett zurück Rudern oder doch nur Nachsteuern

Nachdem der Deutsche Hochschullehrerverband (DHV) anfang September zu einem Teilmoratorium des Bologna-Prozesses aufgerufen hat, scheint die Diskussion um die Fortführung des Prozesses weiter an Schärfe zu bekommen. Der Hochschullehrerverband gilt als größter Interessenverter der Uni-ProfessorInnen und möchte in seinem Teilmoratorium einen sofortigen Stopp der Reform bewirken. Was bedeutet, dass die bisher noch nicht auf BA/MA umgestellten Studiengänge (Jura, Medizin, Theologie) erstmal bei der alten Form der Studienabschlüsse bleiben. So soll festgestellt werden ob, die alte Form sich zum Studieren besser eigenet als die zweistufigen Abschlüsse. Auch soll zukünftig der Master als Regelabschluss gelten und nicht der Bachelor. Die Interessenverterter der bildungspolitischen Insitutionen wie Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Kultusministerkonferenz (KMK) und der Bertelsmannfirma nahestehende Insitut Centrum für Hochschul Entwicklung (CHE), lehnen die Forderungen komplett ab und möchten gerne an der vereinbarten Linie festhalten.

Weitere Infos zu der Diskussion findet Ihr unter:

Bildungsgipfel von Angela Merkel

Kanzerlin Angela Merkel ruft zum 22. Oktober die Länder nach Dresden um gemeinsam mit dem Bund den "Nationalen Bildungsgipfel" zu beginnen. Ziel soll sein, die Bildungs- und Ausbildungsbemühungen enger zusammen zu führen. Auch soll ein deutliches Signal von Dresden ausgehen, das Bildung eine zentrale Rolle in Deutschland spiele, denn der Wohlstand in der Republik hänge wesentlich vom Bildungsstand der Bevölkerung ab.

Anlass für die Einberufung des Gipfels ist das negative Ergebnis des diesjährigen nationale Bildungsbericht, der gemeinsam alle zwei Jahre von Bund und Ländern erstellt wird. Es wurde mal wieder deutlich, welche Probleme das dreigliedrige Schulsystem mit sich bringt. So stellt der Bericht fest: Das Hauptschüler selbst nach 13 Monaten immer noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben.

Zwar scheint ein Bildungsgipfel, der nach Aussage von Kanzlerin Merkel zum Ziel haben soll: Deutschland in eine "Bildungsrepublik" zu verwandeln, eine gute Idee zu sein. Doch müssen solche Gipfel erfahrungsgemäß kritisch begleitet werden.

Ob es wirklich zu generellen Strukturveränderungen um Schulsystem oder in der frühkindlichen Bildung kommen wird bleibt abzuwarten. Ebenso bleibt abzuwarten, ob die nötigen finanziellen Mittel für Hochschulen und Schulen wirklich bereitgestellt werden oder am Ende doch nur viele Sonntagsreden und Appelle abgehalten werden. Für mediale Inszenierungen ohne nachhaltige Wirkungen ist die Kanzlerin ja inzwischen bekannt.

Links zum weiterlesen:

follow up - Zweites Treffen zwischen Aktiven aus den Grünen Hochschulgruppen und StipendiatInnen der Heinrich Böll-Stiftung

Große Ereignisse werfen Ihre Schatten voraus! Bald ist es soweit, denn nach dem erfolgreichen ersten Treffen zwischen StipendiatInnen und Aktiven aus den Grünen Hochschulgruppen, steht nun das "follow up" vor der Tür. Vom 21. bis 23. November findet das zweite Treffen in den neuen Räumen der Heinrich Böll-Stiftung in Berlin statt.

Der inhaltliche Rahmen lautet: "Hochschule der Zukunft - Welche Hochschule wollen wir?". In verschiedenen Workshops, Plena und kulturellen Abendveranstaltungen werden wir über aktuelle und zukünftige Fragen der Hochschulpolitik diskutieren. Hierzu haben wir zusammen mit der Heinrich Böll-Stiftung viele verschiedene namhafte ReferentInnen aus der Grünen Welt eingeladen. Auch haben wir die Wünsche der letzten Campusgrün MV sowie die kritischen Anmerkungen des letzten Treffens in unsere Planungen mit einbezogen.

Anmeldung und weitere Infos erfolgen Anfang Oktober direkt an die Gruppen. Wir hoffen auf euer zahlreiches Erscheinen und spannende Diskussionen in Berlin. Die Veranstaltung ist offen für alle Aktiven in den Grünen Hochschulgruppen, nicht nur für diejenigen, die auch schon bei dem ersten Treffen im März dabei waren!

EMAS Zertifizierung der Uni Tübingen

Als erste Universität in Baden-Württemberg wird die Universität Tübingen das Umweltmanagementsystem EMAS einführen - und zwar auf Initiative von Studierenden. EMAS steht für "Eco-Management and Audit Scheme" und zertifiziert die Bestrebungen der Uni, Umweltschutz zu betreiben. Den Startschuss für den Prozess der EMAS-Validierung gab die Studierendenintiative "Greening the University", die im Juni 2008 ein Symposium unter dem Titel "Perspektiven für eine nachhaltige Hochschule" organisierte. Als prominente Redner für den ersten Abend konnten Klaus Töpfer (Ex-Bundesumweltminister) und die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner gewonnen werden. Am zweiten Tag wurden den ca. 80 TeilnehmerInnen verschiedene Workshops und Keynote-Lectures zu den Themen "Nachhaltigkeit an der Hochschule" und "Herausforderung Umweltwissen" angeboten. Nach einer sehr langen Zeit der Vorbereitung, war das Symposium ein voller Erfolg. Von allen Seiten kam sehr positives Feedback. Finanzielle Unterstützung für die Validierung wird es vom Umweltministerium Baden-Württemberg geben. Mehr Informationen über die Studierendeninitiative und ihr Strategiepapier findet ihr unter: www.greening-the-university.de und eine Pressemitteilung der Uni Tübingen gibt es hier: www.idw-online.de/pages/de/news272991. Was EMAS genauer beinhaltet könnte ihr unter www.greening-the-university.de/emas.php nachlesen.

Demonstrationen gegen Kohlekraft

Am 13.09. protestierten bundesweit insgesamt 6000 Menschen gegen den Ausbau der Kohlekraft in Deutschland. Vor dem Kohlekraftwerk Jänschwalde in der Lausitz kamen ca. 1000 Aktive zusammen um gemeinsam gegen die Pläne von Vattenfall weitere Gruben in der Region zu erschließen zu demonstrieren; auf den Mainwiesen vor dem Kraftwerk Staudinger bei Hanau waren es 5000 Menschen, die sich nach einem Sternmarsch aus vier Richtungen dort trafen. Zu den beiden Demos hatte die Klima-Allianz (www.die-klima-allianz.de) aufgerufen, um deutschlandweit ein Zeichen gegen Kohlekraft zu setzen. Vor eindrucksvoller Kulisse der Kühltürme in Jänschwalde lauschten die Demonstrierenden den Reden von Vertreterinnen und Vertretern unterstützender Verbände sowie Parteien unter Moderation von Sven Giegold. Zur Auflockerung gab es musikalische Unterhaltung von Mellow Mark und Stern Combo Meissen. Ab 17 Uhr gab es für Interessierte die Möglichkeit mit Bussen bis zur Abbruchkante eines Tagebaus zu fahren und auch eines der Dörfer zu sehen, die wohl umgesiedelt werden. Vielen Teilnehmern konnte so sehr deutlich vor Augen gebracht werden warum wir an diesem Tag demonstriert haben und welche Auswirkungen der Tagebau sowohl auf die Bevölkerung als auch auf die Umwelt und Landschaft hat. Vor den Staudinger-Türmen betonten PolitikerInnen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und der Linken, dass ein Ende der Kohleverstromung in Hessen bereits im Landtag beschlossen worden sei. Da ein Regierungswechsel aber noch nicht stattgefunden hat, wurde dieser Beschluss nicht umgesetzt. Statt dessen erweitert EON seine Kohlekraftwerke. Der am weitesten angereiste Redner war Fei Tevi, der Generalsekretär des pazifischen Kirchenrats in Fidschi. Die Bevölkerung der Fidschi-Inseln ist schon jetzt bei Sturmfluten gefährdet. Tevi betonte, dass der Bau von Kohlekraftwerken in Deutschland zum Steigen des Meeresspiegels beitrage.

AktiVorOrt

Die Ziele der GHG Bayreuth für die kommenden zwei Semester:

Wir wollen uns dafür einsetzen, dass der Bologna-Prozess im Sinne der Studenten umgestzt wird. Zum Beispiel wollen wir die zu hohe Arbeitsbelastung für Studenten in Bachelor/Master-Studiengängen mindern und ein Auslandsstudium erleichtern. Außerdem setzen wir uns dafür ein, ein Studium auch mit Kind zu ermöglichen, beispielsweise durch die Schaffung der Möglichkeit des Teilzeitstudiums. In Sachen Studiengebühren käpfen wir weiterhin für eine Absenkung der Gebühren für alle Studenten auf 300€. Weitere Zeile sind die Erhöhung der HiWi-Stundenlöhne auf faire 7,50€, die Verbesserung der Mobilität mit Bus, Bahn und Rad sowie der Aufbau von Photovoltaik-Anlagen auf den Uni-Dächern.

Auf ins interne Wiki

Wer sich noch nicht für das interne Wiki angemeldet hat, kann das noch nachholen: www.campusgruen.de/wikianmeldung/

Wer sein Passwort nicht mehr findet, kann es sich neu zuschicken lassen: lists.campusgruen.de/mailman/listinfo/ghg-intern oder die automatische Erinnungsmail zum 1. eines jeden Monats lesen.


Impressum

Herausgeber: Campusgrün - Das Bündnis grün-alternativer Hochschulgruppen, c/o Bündnis 90/Die Grünen, Platz vor dem Neuen Tor 1, 10115 Berlin Redaktion: Jacqueline Klimesch

Der Campusgrün Newsletter erscheint regelmäßig auf der Mailingliste ghg-news. Jede Mitgliedsgruppe bzw. alle Interessierten haben die Möglichkeit, hier Beiträge zu veröffentlichen. Der Vorstand behält sich vor, einzelne Beiträge zu kürzen oder über deren Veröffentlichung zu entscheiden. Der Newsletter kann von allen Mitgliedern im Wiki vorbereitet werden.