Breitenförderung statt Ladenhüter - das Deutschlandstipendium muss endlich weg!

01.06.2015: Nach neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes haben 2014 nur 0,84% aller in Deutschland Studierenden von dem Deutschlandstipendium profitiert. Diese Zahl beweist ein weiteres Mal, dass das Projekt gescheitert ist. Campusgrün fordert, dass das Deutschlandstipendium abgeschafft und das dadurch frei werdende Geld stattdessen in das BAföG investiert wird.

Ricarda Lang, Bundessprecherin von Campusgrün, kritisiert: "Das Deutschlandstipendium hat seine Zielsetzung vollkommen verfehlt. Die zu Beginn des Programms angestrebten 8% aller Studierenden, die dadurch gefördert werden, wirken in Anbetracht der aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes utopisch. Doch auch die angepasste Zahl der 2% wurde ganz klar verfehlt. Trotzdem schluckt das Deutschlandstipendium viel Geld, das jedoch zum größten Teil in den Verwaltungsstrukturen verschwindet. Dieses Geld wird an anderen Stellen aber ganz dringend gebraucht. Gerade die letzte mangelhafte BAföG-Novelle zeigt, dass zusätzliche Mittel in die Studienförderung gesteckt werden müssen - jedoch in die Breitenförderung und nicht in den Ladenhüter Deutschlandstipendium. Dieses ist nicht nur ein gescheitertes Projekt, sondern auch schon von seiner Prämisse her falsch. Statt mehr Menschen die Möglichkeit eines Studiums zu geben, begünstigt das Deutschlandstipendium nur einzelne wenige und trägt so zur Elitenbildung bei. Das undurchsichtige Auswahlverfahren und die Leistungsfokussierung des Stipendiums zementieren Ungerechtigkeiten in unserem Bildungssystem, statt sie zu bekämpfen. Doch auch andere Stipendienprogramme schneiden hier häufig nicht besser ab. Wir von Campusgrün fordern jedoch eine gerechte Studienfinanzierung für alle. Deshalb muss das Deutschlandstipendium - genau wie alle anderen Stipendien, die vor allem exklusive Elitenbildung fördern - endlich abgeschafft und das frei werdende Geld in eine echte BAföG-Novellierung auf dem Weg hin zu einem bedarfsdeckenden, elternunabhängigen Vollzuschuss investiert werden."