PM: Verschwendung von Studiengebühren in Bayern erreicht neuen Höhepunkt

31.12.2011: Unter dem Titel "Prisma - Kultur. Begegnung. Vielfalt" soll auf dem Campus der Augsburger Universität ein Café zur kulturellen Begegnung für Studierende entstehen. Für die Finanzierung dieses 800 m² großen Baus war angedacht 4 Mio. € aus Studiengebühren zu verwenden.

Die letzte Entscheidung hierüber fand am 7. Dezember bei einer Studentischen Vollversammlung statt.

"Auch wenn der Bau einer Begegnungsstätte für Studierende grundsätzlich begrüßenswert ist, zeigt dieser Fall zum wiederholten Male, dass das Projekt Studiengebühren in Bayern gescheitert ist. Studienbeiträge fördern die soziale Selektion massiv - daran wird auch ein Studierendencafé nichts ändern. Wie so oft sollen höchst fragwürdige Projekte unter dem Deckmantel der 'Verbesserung von Studienbedingungen' aus Studiengebühren finanziert werden, weil der Freistaat seinen Aufgaben im Bildungsbereich nicht nachkommt. Für Einrichtungen wie diese neue Begegnungsstätte sind an sich nämlich die Studentenwerke zuständig, welche aber in Bayern chronisch unterfinanziert sind. Wissenschaftsminister Heubisch muss endlich von seinem hohen Ross der perfekten bayerischen Hochschulbildung herunterkommen, die Missstände an den Hochschulen beim Namen nennen und etwas dagegen unternehmen!", so Fabian Konrad, Sprecher von Campusgrün Bayern.

Laura Gunesch, Sprecherin von Campusgrün Bayern, konstatiert: "Erst vor kurzem hat Minister Heubisch wieder eine Aufforderung an die Hochschulleitungen geschickt, die Restmittel aus Studienbeiträgen bei maximal 10 % der jährlichen Einnahmen zu halten. Wie bei seinem ersten Brief aus dem Jahre 2010, wollte er sich vor dem Parlament nicht für die Aufrechterhaltung von Studiengebühren rechtfertigen. So verwundert es nicht, wenn das Wissenschaftsministerium ausnahmsweise grünes Licht für eine große Baumaßnahme gibt, wordurch 4 Millionen € an Studiengebühren hätten eingesetzt werden können. Nachdem schon Ministerpräsident Seehofer die Aufrechterhaltung von Studiengebühren prüfen lassen will, hätten diese Ausgaben in Höhe von 4 Millionen € lediglich dazu gedient, dass Minister Heubisch die Studiengebühren vor seiner Regierung und dem Parlament rechtfertigen kann."

Ebenso wird das Verhalten der Universität Augsburg von Jan Kohnert, dem Sprecher der GHG Augsburg, kritisiert: "Aus der Pressemitteilung der Universität vom 24.11.2011 mit dem Titel 'Die Studentinnen und Studenten der Universität Augsburg bauen sich ihr eigenes Haus' könnte man schließen, der Bau eines Studierendenhauses aus Studienbeitragsrestmitteln sei bereits beschlossene Sache und ein ausdrücklicher Wunsch der Studierendenschaft. Diese Darstellung ist jedoch schlicht falsch. Weder wurde das Projekt vom Konvent beschlossen, noch hat sich bisher eine Mehrheit der Studierenden dafür ausgesprochen. Daher fordert die GHG Augsburg die Universitätsleitung auf, entsprechende Aussagen zurückzunehmen und richtigzustellen. Glücklicherweise hat die Studentische Vollversammlung den Einsatz von Studiengebührenmitteln für dieses Projekt abgelehnt, was von der GHG Augsburg sehr begrüßt wird."

Für Rückfragen steht ihnen Fabian Konrad (01 76 / 616 594 75) zur Verfügung.

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