Positionspapier Bio und Fair Trade an Mensen

17.04.2011: Industrieller Landbau geht häufig einher mit Monokulturen, Massentierhaltung, Verwendung von Pestiziden/ Herbiziden und Überdüngung der Böden. Die Abholzung von Wäldern und den Transport der Erzeugnisse einbezogen verursacht die Landwirtschaft einem Anteil von schätzungsweise 40-50 Prozent an den globalen Treibhausgas-Emissionen. Industrielle Landwirtschaft verursacht gerade bei der Tierhaltung hohe externe Folgekosten, die sich heute im Preis nicht wiederspiegeln.

Für uns ergibt sich daraus: Landwirtschaft geht alle an!

Campusgrün fordert bei der Verarbeitung von Lebensmitteln in den Mensen des Studierendenwerks (und allen gastronomischen Einrichtungen auf dem Campus) einen maximalen Einsatz von Erzeugnissen aus fairem Handel und aus biologischem Landbau. Regionale Erzeuger sollen verstärkt als Lieferanten gewonnen werden, um Transportwege zu minimieren.

Dabei können nicht nur zertifizierte Bioprodukte berücksichtigt werden, sondern auch solche in Bioqualität. Sowohl eine Mindestquote an biologisch erzeugten Produkten als auch ein komplettes Bioessen sollten angestrebt werden.

Auch bei tierischen Produkten wollen wir den Umstieg auf biologische Erzeugung. Aber wir wollen Bio für alle und kein Luxusmenü! Damit die Preise sozial verträglich bleiben, muss dafür insgesamt der Anteil an vegetarischen Produkten zunehmen, denn konventionelles Fleisch ist - sobald man die Folgekosten berücksichtigt -teuer.

Erfahrungen an deutschen Hochschulen zeigen, dass es eine hohe Nachfrage nach vegetarischem und veganem Essen gibt. Ein attraktives veganes Angebot kann auch für Nicht-Veganer eine interessante Alternative darstellen und sollte deshalb in allen Mensen angeboten werden.

Wir begrüßen, dass bereits in vielen Mensen Fair-Trade-Kaffee angeboten wird. Dieses Angebot muss weiter konsequent ausgebaut werden. Aber auch bei Produkten wie Schokolade und Bananen sollte in Zukunft nur noch fair gehandelte Ware verkauft werden.

Um auch Studierenden mit Allergien (Gluten, Laktose, Soja, Nüsse..) das Essen in der Mensa zu ermöglichen, sollte eine durchgehende Kennzeichnung eingeführt werden.

Ein Qualitätszirkel auf der Basis freiwilliger studentischer Mitarbeit sollte als feste Instanz etabliert und regelmäßig in die Arbeit der Mensaplanung einbezogen werden.

Einwegflaschen sollen durch Pfand und Mehrwegflaschen ersetzt werden. Einwegartikel wie z.B. Pappbecher müssen so teuer sein, dass eine Lenkungswirkung erzielt und Ressourcenverbrauch vermieden wird.

Beschlossen auf der 23. Mitgliederversammlung von Campusgrün am 17. April 2011 in Köln.

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