Schavan macht Studieren zum Lebensrisiko!

07.04.2005: Absage der GRÜNEN JUGEND und des Bündnisses grün-alternativer Hochschulgruppen an die baden-württembergische CDU-Ministerin Annette Schavan.

In einem Interview mit der Tageszeitung "Die Welt" hat Annette Schavan am vergangenen Dienstag angekündigt, dass die CDU, käme sie 2006 an die Macht, das Bafög abschaffen will. Die Bafög-Abschaffung könne aber erst realisiert werden, wenn es einen attraktiven Markt der Bildungsfinanzierung gäbe.

Dem erteilen die GRÜNE JUGEND und das Bündnis grün-alternativer Hochschulgruppen eine klare Absage!

Schavans Konzept bedeutet vor allem: "Studieren als Lebensrisiko"! Denn was Annette Schavan im Welt-Interview gesagt hat, ist einfach zu entschlüsseln: Bafög streichen, verzinste Kredite einführen. Schavan sprach von einem attraktiven "Markt der Bildungsfinanzierung" - in der Realität handelt es sich dabei, neben ein paar Stipendien, vor allem um Bankkredite.

Im Laufe eines Studiums - innerhalb der Regelstudienzeit, wohlgemerkt!- würde sich dann locker ein Schuldenberg zwischen vierzig- und fünfzigtausend Euro ansammeln. Dazu kommen außerdem noch Studiengebühren, die in den unionsregierten Ländern teilweise schon im kommenden Wintersemester erhoben werden. Werden Schavans Vorschläge Realität, dann werden sich Kinder aus armen Elternhäusern ein Studium kaum noch leisten können. Einkommensschwache Haushalte schrecken - nicht zu unrecht - besonders schnell vor der Gefahr von Verschuldung zurück.

Denn wenn keine Familie mit dicken Portemonnaie im Hintergrund sitzt, ist es um so gefährlicher, sich auf das Risiko eines kostenintensiven Studiums einzulassen. Zu groß die Gefahr, nach Jahren des "Sich-Plagens" ohne Job auf einem Schuldenberg zu sitzen. Frau Schavan, auch AkademikerInnen sind nicht vor Arbeitslosigkeit gefeit!

Wer ernsthaft plant, das Bafög abzuschaffen und es durch verzinste Kredite zu ersetzen, will soziale Unterschiede zementieren. Schavans Vorschläge machen deutlich, dass die Union immer mehr für eine Politik der sozialen Kälte, der Selektion und der Ausgrenzung steht.

Die GRÜNE JUGEND und das Bündnis grün-alternativer Hochschulgruppen wollen das Bafög weiterentwickeln statt es abzuschaffen. Statt Studierwillige abzuschrecken wollen wir Bildung für alle möglich machen. Statt Studierende von der Gunst der Unternehmen abhängig zu machen wollen wir eine auch elternunabhängige Förderung. Fortschritt würde bedeuten, dass nicht mehr zwei Drittel der Studierenden nebenbei arbeiten müssen, sondern sich ein schnelles Studium leisten können. Je nach Einkommen im Beruf sollten Studierende einen Teil der Förderung zurückzahlen und damit die Finanzierung für die nächste Studierendengeneration unterstützen. Schavans Vorschläge Schavans dagegen wären ein Rückschritt in die bildungspolitische Steinzeit.