Schavan versucht auf teure Studienkredite zu reagieren

16.10.2008: Bundesbildungsministerin Anette Schavan (CDU) gab am heutigen Donnerstag bekannt, dass die Zinssätze des KFW-Studienkredites von 7,05% auf 6,5% rückwirkend zum 1. Oktober sinken werden. Auch wenn dies im ersten Moment als erfreuliche Nachricht klingen mag, so besteht dennoch eine Verteuerung von rund 12.000€ für ein zehnsemestriges Studium mit Vollförderung gegenüber dem ursprünglichen Zinssatz vom April 2006 mit 5,1%. Auch würde ein Bachelorstudium weiterhin unter oben genannten Bedingungen rund 7.000€ mehr als zu Beginn des Modells kosten.

Schavan versucht auf teure Studienkredite zu reagieren

Grund für das Zurückrudern Schavans scheint die heftige Kritik aus der Bundestags-Fragerunde vom Mittwoch gewesen zu sein. So konnte ein sichtlich verdutzter parlamentarischer Staatssekretär des Ministeriums für Bildung und Forschung auf die Frage der Grünen Bundestagsfraktion, warum denn nun die Finanzkrise und das Missmanagement der KFW auf dem Rücken der Studierenden ausgetragen wird, keine wirkliche Antwort geben.

Schavan, die ja bekanntlich keine Freundin des BAföG-Modells ist und am liebsten Studierende nur noch über Kreditmodelle unterstützen möchte, scheint nun kalte Füße zu bekommen. Denn zum einen ist die öffentliche Empörung groß und zum anderen schrecken unkalkulierbare finanzielle Risiken Studierende vom Studium ab. Doch wirkt die Zinssenkung der KFW nur wie ein Tropfen auf den heißen Stein. So muss man sich ernsthaft die Frage stellen: Wer wird noch ein Studium aufnehmen und eine Schuldenberg von rund 90.000€ in Kauf nehmen, wenn ihm die Möglichkeit einer Ausbildung zur Verfügung steht?

Es bleibt somit nur eine umfassende Reform der Studienfinanzierung möglich. Kreditfinanzierte Modelle bieten auch weiterhin keine Lösung. Wir brauchen eine bedarfsgerechte und elternunabhängige Form der Studienfinanzierung, sonst werden die Probleme des drohenden Fachkräfte- und Akademikermangels nicht behoben. Nur wer ohne unkalkulierbare Schuldenberge ins Berufsleben starten kann, wird sich auch für ein Studium entscheiden.