Närrisches Treiben des Universitätsrat zur Einführung von Studiengebühren

27.02.2006: Die Grüne Jugend Saar sieht das Handeln der Universitätsleitung und des Bildungsministers als Ablenkmanöver für ihr Scheitern allgemeine Studiengebühren einzuführen. Dazu erklärt der Landesvorsitzende der Grünen Jugend Saar, Dominik Bildt:

"Universitätspräsidentin Margret Wintermantel und Bildungsminister Schreier können nicht ernsthaft behaupten durch einen sogenannten Beschluss vom Freitag allgemeine Studiengebühren eingeführt zu haben. Wenn sich die Hälfte der Mitglieder des Universitätsrats auf einem Vorplatz des Informatikgebäudes einfindet um einen Beschluss zur Einführung von Studiengebühren herbeizuführen, ist darin ein verzweifeltes Ablenkmanöver zu sehen." Nachdem Studierende die Mitglieder des Universiätsrats über den halben Campus verfolgt haben, um die Universitätsratssitung zu blockieren, haben sich ein paar Mitglieder des Universitätsrats dicht gedrängt im Freien getroffen um eine Stunde später als geplant, die Sitzung stattfinden zu lassen. In unmittelbarer Nähe dazu haben die protestierenden Studierenden der Saaruni mit Trillerpfeifen und Sirenen eine geordnete Sitzung unmöglich gemacht.

Dominik Bildt sagte weiter: "Die sogenannte Sitzung fand erstens nicht an dem schriftlich eingeladenen Ort statt, zweitens war die Uhrzeit deutlich verspätet und drittens konnte durch den Lärm keine ordnungsgemäße Aussprache zu dem Thema ermöglicht werden. Anscheinend hat der Universitätsrat dieses Treffen mit einer Karnevalssitzung verwechselt. Ansonsten würden Wintermantel, Schreier und Co nicht unbeirrt behaupten, dass Studiengebühren jetzt verbindlich eingeführt sind."

Die Art und Weise des Vorgehens gegenüber den Studierenden sieht die Grüne Jugend Saar als Zumutung an. Die Universitätspräsidentin hat dem AStA nichts von ihren Plänen mitgeteilt schon am Freitag einen Beschluss zu Studiengebühren herbeiführen zu wollen, hatte sogar geleugnet, dass ein Beschluss im Raum stand. Auch inhaltlich sind die Pläne der Unileitung wenig überzeugend: "Die Universität hat wichtige Aspekte zur Einführung von Studiengebühren vernachlässigt. Es ist weiterhin ungeklärt, wie ein kreditfinanziertes Stipendiensystem konkret ausgestaltet werden soll. Außerdem hat die Universitätsleitung auch nicht den Bedürfnissen ausländischer Studierenden Rechnung getragen. Bei einem Kreditfinanzierungssystem muss ausländischen Studierenden die Möglichkeit gegeben werden ohne Bonitätsprüfung Kredite zu erhalten. Insbesondere Studierende, die aus Entwicklungsländern ins Saarland zum Studieren kommen, wird mit einer Bonitätsprüfung systematisch der Zugang zum Studium genommen. Mit der Hau-Ruck-Methode der Universitätspräsidentin und des Kultusministers ist nichts erreicht worden. Die Verantwortlichen in der Universität dürfen nicht über die Köpfe der Studentinnen und Studenten Studiengebühren einführen", erklärte Dominik Bildt abschließend.

Hier gibt's mehr Infos in Schrift, Bild und Ton vom Saarländischen Rundfunk: www.sr-online.de/nachrichten/881/474090.html