Positionspapier: Studienfinanzierung neu denken - soziale Hürden überwinden, weitere Elitenbildung verhindern. Umbau der bestehenden Studienfinanzierung

06.08.2011: Erinnernd an das Grundsatzpapier "Für eine gerechte und elternunabhängige Studienfinanzierung" vom 15. März 2008 unterstreicht Campusgrün Bildung als zentrales und elementares Menschenrecht.

In Anbetracht der weiterhin zu hohen sozialen Selektivität des deutschen Bildungssystems ist es für Campusgrün elementar, bestehende Zugangshürden abzubauen und die fortschreitende Förderung von Eliten zugunsten der Förderung aller sozialer Schichten und insbesondere sozial benachteiligter Gesellschaftsschichten abzubauen.
Dazu gehört vor allem eine Studienfinanzierung, die unabhängig von der sozialen Situation der Studierenden einen angemessenen Lebensunterhalt ermöglicht.

Das aktuelle System der staatlichen Studienfinanzierung (BAföG) fördert die Studierenden nur eingeschränkt, da die Berechtigung für den Bezug von Leistungen an die finanzielle Situation der Eltern gekoppelt ist.

Aus diesen Gründen fordert Campusgrün ein vollständig elternunabhägiges europaweites Studienfinanzierungssystem, welches auf folgenden Grundsätzen beruht:

1. Studierende sind emanzipierte Individuen, welche unabhängig vom elterlichen Willen in freier Entscheidung ihren Anspruch auf ein selbstbestimmtes Leben verwirklichen sollen.
2. Die finanzielle Situation des familiären Umfeldes steht nicht immer in einem direkten Zusammenhang mit der finanziellen Situation der Studierenden.
3. Zur freien Entfaltung der Persönlichkeit gehört zwangsläufig auch das Recht auf Mobilität und grenzüberschreitender Bildung in einem vereinten Europa.

Dabei muss die Höhe der Studienfinanzierung die Deckung eines angemessenen Lebensunterhaltes sicherstellen.

Durch diese gerechtere Verteilung kann die massive Elitenbildung, die wir derzeit erleben, eingedämmt und die soziale Selektion an unseren Hochschulen verringert werden.

Beschlossen auf der 24. Mitgliederversammlung von Campusgrün am 6. August 2011 in Rostock.

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