Nachhaltigkeit und Klimaschutz an der Hochschule Wo stehen wir? Wo wollen wir hin?

30.03.2009: Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind in aller Munde. Doch wie sieht es eigentlich mit diesen Themen an Deutschlands Hochschulen aus?

Bild: norbertstaub / www.pixelio.de


Klimaschutz durch Gebäudesanierungen

Gerade in den traditionsreichen Hochschulen mit vorwiegend alten Gebäuden, sieht die Klimabilanz schlecht, um nicht zu sagen grauenvoll, aus. Die Isolierung ist schlecht, Heizungen lassen sich nicht regulieren und so leidet nicht nur das Klima sondern auch der Geldbeutel der Unis.

Doch Sanierungen müssen nicht nur lange geplant sein, sondern bedeuten auch hohe Kosten auf einen Schlag. Und so sehen sich viele Unis nicht in der Lage, diese Investitionen zu stemmen, obwohl die langfristigen Kosteneinsparungen auf der Hand liegen.

Die steigenden Energiekosten der vergangenen Jahre führen dazu, dass weniger Geld für Forschung und Lehre vorhanden ist, denn oft Energierechnungen werden aus dem Gesamthaushalt der Unis bezahlt. Das heißt, dass Studiengebühren somit auch zur Begleichung gestiegener Heizrechnungen eingesetzt werden.

[nach oben]

Recyclingpapier: ein einfacher Weg zu einer besseren Umweltbilanz

Recyclingpapier an Hochschulen sollte heute kein Einzelfall mehr sein. Die Erfahrungen vieler Hochschulen, Unternehmen und Verwaltungen, die bereits auf Recyclingpapier umgestellt haben, zeigen, dass Recyclingpapier Frischfaserpapier in keinerlei Hinsicht nachsteht. Durch einen geringeren Wasser- und Energieverbrauch in der Produktion, ist Recyclingpapier nicht nur preiswerter sondern auch besser für die Umwelt und das Klima. Zahlreiche Grüne Hochschul- und Umweltgruppen haben in diesem Bereich bereits erreicht, dass ihre Hochschule ganz oder teilweise auf Recycling-Papier umgestellt hat. Doch weiterhin werden an Hochschulen Unmengen an Frischfaserpapier verwendet.

Campusgrün ermuntert interessierte Studierende sich an ihrer Hochschule für die Verwendung von Recycling-Papier einzusetzen. Es gibt noch viel zu tun - die Regenwälder und das Klima werden es danken.

[nach oben]

Bewusste Ernährung: Bio und FairTrade in der Mensa

In vielen Mensen wird inzwischen unregelmäßig Bio-Essen angeboten. Durch Gespräche mit dem lokalen Studierendenwerk, kann den Verantwortlichen gezeigt werden, dass es eine Nachfrage gibt. So haben bereits Grüne Hochschulgruppen mit der Mensa kooperiert, indem sie gemeinsam Bio-Aktionswochen durchgeführt haben. Dies ist doch leider immer nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Ziel muss ein kontinuierliches Angebot von ökologisch produzierten Lebensmitteln sein.

Daneben ist der Verkauf von fair gehandelten Produkten ein wichtiger Ansatz. Damit werden die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Produzentenfamilien deutlich zu verbessert. FairTrade-Kaffee ist inzwischen weit verbreitet, es gibt aber zahlreiche weitere Produkte im fairen Handel.

Ein weiterer Ansatz kann sein, dass man den Anteil regional produzierter Produkte in den Mensen steigert. Dies ist nicht teuer und schont das Klima und die Umwelt durch verringerte Transportstrecken.

[nach oben]

EMAS: Validierung von Umweltleistung

Inzwischen gibt es einige Hochschulen, die sich ihre Umweltleistung im Rahmen von EMAS haben validieren lassen. EMAS steht für „Eco-Management and Audit Scheme“ und steht für eine freiwillige Verpflichtung von Unternehmen und öffentlichen Betrieben, den betrieblichen Umweltschutz kontinuierlich zu verbessern. EMAS ist ein Schritt in die richtige Richtung, kann aber auch kritisch betrachtet werden, denn die Verbesserungsziele werden von den Hochschulen oder Betrieben selber gesteckt. Dennoch trägt EMAS auf jeden Fall dazu bei, dass die Umweltleistung der Hochschule zunächst einmal analysiert und schrittweise verbessert wird.

[nach oben]

Nachhaltigkeitskonzept für Hochschulen

Ein umfassendes Nachhaltigkeitskonzept für Hochschulen ist dringend nötig. In der heutigen Zeit kann Bildung nicht mehr ohne Aufklärung über nachhaltige Entwicklung stattfinden. Jede Absolventin und jeder Absolvent einer Hochschule muss von Nachhaltigkeit gehört haben und in der Lage sein, dieses Konzept in seinen künftigen Job zu integrieren. Gerade Lehramtsstudierenden kommt hier eine zentrale Rolle zu, da sie in besonderer Weise auf kommende Generationen Einfluss nehmen.

Die Hochschulen müssen sich ihrer zentralen Rolle bewusst sein und nachhaltige Entwicklung nicht nur im Hochschulalltag leben, sondern auch in Forschung und Lehre integrieren. Ein positives Beispiel ist die Leuphana Universität Lüneburg, in der alle Studierenden das Modul „Wissenschaft trägt Verantwortung“ absolvieren müssen, welches sich mit dem Nachhaltigkeitskonzept beschäftigt.

Man sieht also, es gibt noch viel zu tun in Sachen Klimaschutz und Nachhaltigkeit an Deutschlands Hochschulen.

[nach oben]