Gentechnik Frei-Staat Bayern

15.01.2009: Sepp Daxenberger, Fraktionsvorsitzender der Grünen im bayerischen Landtag auf Einladung von Campusgrün Bayern und der Grünen Hochschulgruppe Bayreuth in Kooperation mit der Petra-Kelly-Stiftung zu Gast an der Uni Bayreuth

Sepp Daxenberger mit der Grünen Hochschulgruppe Bayreuth

Das Thema Gentechnik bleibt aktuell. Sollten sich die Konsumenten und Landwirte in Bayern nicht weiterhin gegen den Anbau von genmanipulierten Pflanzen auf den Äckern stark machen, besteht die Gefahr, dass die Agrogentechnik durch die Hintertür eingeführt wird und in nicht all zu ferner Zukunft auf unseren Tellern landet. Diese Botschaft stand im Mittelpunkt eines Vortrags den Sepp Daxenberger, Fraktionsvorsitzender der Grünen im bayerischen Landtag und selbst Ökolandwirt unter dem Titel "Gentechnik Frei-Staat Bayern" auf Einladung der Grünen Hochschulgruppe Bayreuth in Kooperation mit Campusgrün Bayern und der Petra-Kelly-Stiftung am 15. Januar an der Universität Bayreuth hielt. Vor ca. 150 Zuhörern, nicht nur Studierendn, sondern auch viele interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Bayreuth und Umgebung, stellte Daxenberger dar, welche Risiken mit der grünen Gentechnik verbunden sind und welche Erfahrungen in anderen Ländern mit dem neuartigen Saatgut gemacht wurden. Kompetent und ohne unverständliches Fachvokabular stellte er fest, dass sich die Hoffnungen, die man einst mit den neuen Methoden verbunden hatte, nicht erfüllt haben. Gerade in den Entwicklungsländern, in denen genmanipulierte Nutzpflanzen wie Reis und Soja zu höheren Erträgen und damit der Lösung der Nahrungsmittelproblematik führen sollten, sei genau das Gegenteil eingetreten. Die im Labor gezüchteten Pflanzen sind nicht nur schlechter an die regionalen Verhältnisse angepasst, sondern führten auch nicht zu höheren Erträgen. Durch Terminator-Gene, die die Bauern dazu zwingen jedes Jahr neues Saatgut zu kaufen und speziell auf die Pflanzen abgestimmte Düngemittel geraten die Bauern hingegen in Abhängigkeit von den großen Agrochemiekonzernen wie Monsanto und landen nicht selten in der Schuldenfalle. Während viele Länder schon unter den Folgen der Gentechnik zu leiden haben, ließe sich eine Umstellung der Landwirtschaft in Bayern noch verhindern. Denn mittlerweile ist nicht nur eine große Mehrheit der Konsumenten gegen Gentechnik auf den Feldern, auch fast alle Landwirte sprechen sich dagegen aus. Eine unrühmliche Rolle spielt Daxenberger zufolge aber die bayerische Landesregierung, die zwar offiziell verlauten lässt, dass man eigentlich gegen Gentechnik sei, aber weiterhin Flächen zum Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen zur Verfügung stellt. Eine Koexistenz von gentechnikfreier Landwirtschaft und solcher mit Gentechnik kann es allerdings nicht geben. Schließlich kann die Übertragung der Pollen und damit die Ausbreitung und Verunreinigung mit gentechnisch verändertem Erbgut durch Wind und Bienen nicht unterbunden werden. Sepp Daxenberger bilanzierte deshalb überzeugend, dass es aus Sicht der Grünen nur eine Alternative gibt: einen Gentechnik-Frei-Staat Bayern!

Für diejenigen, die leider nicht vor Ort sein könnten ist unter leonjacob.uni-boeblingen.de/Files/Sepp_zu_Gentechnik_in_Bayreuth.mp3 ein Audiomitschnitt des Vortrags verfügbar. Viel Spaß beim anhören!