Ökologische Ernährung von Studierenden an Hochschulen

12.03.2008: Beschluss der 16. Mitgliederversammlung von Campusgrün am 8. und 9. März in Halle (Saale).

Vorbemerkung

„Bio- bzw. Ökoprodukte sind heute eine selbstverständliche Ergänzung im Lebensmittelangebot und mehr als ein kurzfristiger Trend“, so das Deutsche Studentenwerk auf seiner Homepage. Die Situation und Entwicklung an den einzelnen Studierendenwerken in Deutschland zum Thema Bio und Bioessen dagegen ist sehr facettenreich. Während einige Mensen - wie beispielsweise in München und Leipzig - sogar bereits bio-zertifiziert sind und täglich oder mehrmals die Woche komplette Biogerichte anbieten, ist an anderen Orten von „Bio“ kaum die Rede. Davon betroffen sind gerade kleinere Studierendenwerke. Ähnlich sieht die Situation in den Cafeterien aus. Auch hier schwankt das Angebot von kompletter Biopalette mit Fairtrade Kaffee und Tee bis hin zu vollkommen Bio- sowie Fairtrade - freien Angeboten.

Konsequenz

Campusgrün fordert auf dieser Grundlage die einzelnen Studierendenwerke auf, ihr Sortiment in Bezug auf Bio- und Fairtrade-Produkte mittelfristig zu erweitern und langfristig umzustellen. Da es möglich ist, auch Hauptgerichte aus ökologischem Anbau anzubieten, sollten alle Mensen ein solches Menü täglich auf den Speiseplan stellen. Somit haben umweltbewusste und auf Nachhaltigkeit bedachte Studierende Wahlfreiheit. Alle Produkte sind entsprechend zu kennzeichnen. Kaffee und Tee dürfen nur aus fairem Handel angeboten werden. Bei allen tierischen und pflanzlichen Produkten ist darauf zu achten, dass diese garantiert gentechnikfrei sind.

Perspektiven

Die lokale Ebene

An jedem Hochschulort ist das Angebot und Interesse an Bioessen anders. Es ist daher ratsam lokale Arbeitskreise einzurichten, die das universitäre ökologische Nahrungsmittelangebot verbessern. Für eine erfolgreiche Arbeit müssen fraglos VertreterInnen des Studierendenwerks, AStA-ReferentInnen sowie weitere Mitglieder der Hochschule die im Bereich Gesundheit/Ernährung engagiert sind vertreten sein. Da das Angebot an Bioprodukten jahreszeitlich bedingt schwankt, sollten weiterhin lokale LandwirtInnen - insbesondere ökologisch wirtschaftende - oder Produktionsfirmen hinzugeholt werden. Mögliche Geschäftsverhältnisse und Verhandlungsgrundlagen können während dieser Gespräche ausgelotet werden.

Die Bundesebene

Gerade Studierendenwerke, die noch ganz am Anfang in der Entwicklungsphase um Bioprodukte und deren Angebote in Mensen und Cafeterien stehen, müssen unterstützt werden. Der Dachverband der Deutschen Studentenwerke ist deshalb dazu angehalten, zu prüfen, welche ProduzentInnen für Vertragsverhältnisse in Frage kommen. Ein Ratgeber für die Studierendenwerke vor Ort, in dem Ratschläge und Empfehlungen gegeben werden, ist daraus die Konsequenz. Die empfohlenen PartnerInnen kommen dabei nicht umhin, ihr Sortiment nach ökologischen und fairen Standards zu produzieren. Das Deutsche Studentenwerk könnte mittelfristig eine eigene Kennzeichnung einführen, um lokalen Studierendenwerken die Vermarktung von ökologischen Produkten zu erleichtern. Die Kriterien und Ziele zum Erhalt der Kennzeichnung müssen dabei sehr klar definiert sein. Die Standards könnten etwa durch ein Gremium bestehend aus VertreterInnen des Studierendenwerkes, Studierenden und je nach Bedarf weiteren Vertretern der Hochschule erarbeitet und festgelegt werden. Vorteil einer solchen Kennzeichnung ist, dass der Kriterienkatalog speziell nach den Möglichkeiten der Mensen und Cafeterien ausgerichtet werden kann und somit auch erlaubt, dass für diese nicht alle Komponenten aus biologischem Anbau stammen müssen und möglichst regional erzeugt wurden. Dies entspannt saisonbedingt Schwierigkeiten im Ökoanbau.