GRÜNE JUGEND und Hochschulgruppen gegen Studiengebühren

10.04.2000: Das Studium muss gebührenfrei bleiben. Langzeitstudiengebühren sind abzulehnen!

Wie gestern bekannt wurde, setzt sich der bildungspolitische Sprecher der grünen Bundestagsfraktion, Matthias Berninger, für "Langzeitstudiengebühren" ein, wie sie heute bereits im schwarz-gelb regierten Baden-Württemberg gezahlt werden müssen.

Till Westermayer, Freiburg, Mitglied im SprecherInnenrat des Bündnisses grün-alternativer Hochschulgruppen zeigt sich entsetzt: "Langzeitgebühren sind der Einstieg in allgemeine Studiengebühren. Bildung darf jedoch nicht zu einem privaten Gut werden!" Der Dachverband der grünen und grün-nahen Hochschulgruppen ist besonders empört darüber, dass dieser Vorstoss aus der Mitte der grünen Fraktion kommt.

Ramona Pop, Sprecherin des Bundesverbandes GRÜNE JUGEND, kritisiert das Vorgehen Berningers: "Noch im Koalitionsvertrag ist das Ziel des gebührenfreien Studiums festgehalten. Dass die CDU davon nichts hält, ist bekannt. Dass die SPD wegrutschte, war abzusehen. Wir haben von den Grünen erwartet, das gebührenfreie Studium zu verteidigen. Es liegt jetzt am Bundesvorstand und der Fraktion, sich von Berningers Vorstoss zu distanzieren!"

Das Bündnis grün-alternativer Hochschulgruppen und der Bundesverband der GRÜNE JUGEND sind sich einig, dass Bündnis 90/Die Grünen weiterhin für innovative Konzepte im Hochschulbereich stehen sollte. Der plumpe Anschmiegekurs an wirtschaftsnahe Positionen, wie sie Baden-Württembergs Wissenschaftsminister Trotha (CDU) oder das Gütersloher Centrum für Hochschulentwicklung vertrete, habe aber in grüner Politik keinen Platz. Der Bundesverband Grüne Jugend sowie das Bündnis Grün-Alternativer Hochschulgruppen sind Mitglied im bundesweiten Aktionsbündnis gegen Studiengebühren (ABS).