PM: Äußerung von Heubisch zu Studienbeiträge

25.02.2011: Zu den Äußerungen des bayerischen Wissenschaftsministers Heubisch zur Studie "Monitoring zu den Auswirkungen der Studienbeiträge 2007- 2009" erklärt Campusgrün Bayern:

Campusgrün Bayern widerspricht den Aussagendes Wissenschaftsministers Heubisch, Studiengebühren hielten junge Menschen mit finanziellschwächerer Herkunft nicht vom Studium ab. Dazu Maximilian Rumler, Sprecher von Campusgrün Bayern: "Zwar mag aus der Studie hervorgehen, dass es bei der Zusammensetzung der Studierenden weder nach ihrer sozialen Herkunft noch nach dem Berufsstatus des Vaters zu deutlichen Veränderungen kam.Unabhängig davon stehen jedoch Studierende, die von ihren Eltern nicht ausreichend finanziell unterstützt werden können und ihr Studium über Nebenjobs finanzieren müssen unter sehr viel größerem Druck, als Kommilitoninnen und Kommilitonen aus finanzstärkeren Haushalten. Die Studiengebühren verstärken so den sozialen Selektionsdruck an unseren Hochschulen."

Weiter bemängelt Campusgrün Bayern den Untersuchungszeitraum der Studie: über einen so kurzen Zeitraum können kaum Rückschlüsse auf Langzeiteffekte der Studiengebühren geschlossen werden. Deshalb begrüßt Campusgrün den Vorschlag der Grünen im Bayerischen Landtag eine Langzeitstudie über die Folgen der Studiengebühren zu erstellen, um ein differenzierteres Bild zu erhalten.

Darüber hinaus kritisiert Campusgrün Bayern die Aussage des Ministers, die Studienbedingungen seien durch Studiengebühren verbessert worden. Katharina Günther, Sprecherin von Campusgrün Bayern: "Wenn die bayerische Staatsregierung im Jahre 2006 beschließt, die Ausgaben für die Hochschulen zu kürzen, so muss es zwangsläufig mit der Einführung der Studiengebühren zu Verbesserungen in den Jahren 2007 bis 2010 gegenüber 2006 kommen. Dies ist aber keine Verbesserung der Studienbedingungen, sondern eine Verlagerung von Staatsaufgaben auf die Studierenden. Es gibt viele Beispiele dafür, dass Studiengebühren nicht für die Verbesserung von Studium und Lehre, sondern für die Aufrechterhaltung des universitären Grundbetriebs eingesetzt werden. An den Universitäten Würzburg und Passau wurden z.B. Stellen für die Umsetzung des Bologna-Prozesses aus Studiengebühren finanziert, weil der Freistaat keine zusätzlichen Haushaltsmittel zur Verfügung gestellt hat. Wir fordern nicht zuletzt deshalb die Abschaffung der diskriminierenden Studiengebühren."

Vorstand Campusgrün Bayern

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