Europäischer Praktikanten-Aktionstag am 1. April

17.03.2006: Prekäre Beschäftigungsverhältnisse von jungen Menschen haben in Europa in den letzten Jahren zugenommen. Auch junge Menschen mit Hoch- oder Fachhochschulabschluss sind vermehrt betroffen. Wir unterstützen deshalb den Europäischer Praktikanten-Aktionstag.

Aufruf von des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB):

Um der Arbeitslosigkeit zu entgehen, sehen sich immer mehr Absolventen genötigt, prekäre Beschäftigungsverhältnisse einzugehen oder un- oder unterbezahlte Praktika anzunehmen, um auf diesem Weg den Einstieg in das Berufsleben zu schaffen. In mehreren Ländern der europäischen Union - nach derzeitigem Wissenstand besonders in Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und auf der Ebene europäischer Institutionen - hat sich ein regelrechter „PraktikantInnen-Arbeitsmarkt“ herausgebildet.

Dieser zeichnet sich durch ein extrem hohes Qualifikationsniveau, flexibelste Arbeitszeiten, niedrige Sozialstandards und geringe bis keine Entlohnung aus. Die Folge: Immer mehr reguläre Arbeitsstellen werden offensichtlich durch PraktikantInnen ersetzt. Da auf diesem „PraktikantInnen-Arbeitsmarkt“ gar kein oder nur ein sehr geringes Gehalt gezahlt wird, werden keine Steuern und Sozialversicherungsbeiträge abgeführt. Indem die Staaten zum Teil den Unterhalt der PraktikantInnen finanzieren, zahlen sie sogar noch drauf.

Gegen diesen Misstand wollen wir uns wehren. Darum rufen der Verein Fairwork, die französische Génération Précaire und die DGB-Jugend zum ersten europäischen PraktikantInnen-Aktionstag auf.

Wo?

In möglichst vielen Europäischen Städten. Bisher sind Aktionen in Paris, Brüssel und Berlin geplant. Wir möchten Euch ermutigen, weitere Aktionen bei Euch vor Ort zu organisieren.

Termin in Berlin: 1. April, Treffen um 12 Uhr am Pariser Platz/Brandenburger Tor (Nähe Starbucks)

Wie?

Aktion in Frankreich

Gemeinsames „Logo“ der Aktion sind „weiße Masken“, welche den Status von PraktikantInnen/prekär Beschäftigten symbolisieren: Die Mitarbeiter, die keinen Namen, kein Gesicht haben und ständig wechseln. Die Masken dienen auch dazu, anonym zu bleiben, was den Betroffenen sehr wichtig ist. Der optische Effekt kann durch einheitlich schwarze Kleidung noch verstärkt werden. 1. April - Das Datum ist Programm: „Arbeiten ohne Geld – Das kann nicht euer Ernst sein?“ „Erst Praktikum, dann Job? April, April!“ Mit solchen Transparenten lässt sich hervorragend auf die schizophrene Situation aufmerksam machen. Die Anmeldung der Aktionen sollte nicht als Demonstration (Vermummungsverbot!), sondern als „Perfomance“/“Aktion“ bei der Stadtverwaltung erfolgen. Weitere Materialien: Flyer/Transparente mit politischen Forderungen und Logos der Unterstützenden. Begleitende Aktionen: Um die Passanten anzusprechen und Aufmerksamkeit zu erzeugen, können kleine kreative Ansprachen/Aktionen am Rande stattfinden wie z.B. eine „PraktikantInnen-Versteigerung“: „Kostet nix und macht alles…“.

Hintergrund

Die Erfahrungen aus Frankreich zeigen, dass diese Aktionsform mit Masken auch mit wenigen Leuten gut funktioniert (siehe Foto) und medientaugliche Bilder entstehen. Sind keine Medien da, lohnt es sich, Fotos selbst zu machen und den Medien anzubieten.

Der erste europäische PraktikantInnen-Aktionstag am 1. April ist eingebettet in politische Aktionen. So wird es zum Beispiel eine Petition an das Europäische Parlament geben.

Mehr auf www.studentsatwork.org/