Junge Menschen gegen Atomkraft

09.04.2011: Ein offener Brief von jungen Menschen an Angela Merkel. Schnell anklicken und unterschreiben!

Atomkraft? Nein danke!

Sehr geehrte Frau Dr. Merkel, sehr geehrte Bundesregierung,

wir wenden uns an Sie als junge Menschen in Deutschland. Wir sind Auszubildende, Schülerinnen und Schüler, Studierende und Promovierende, junge Berufstätige oder Erwebssuchende, die durch die jetzigen Ereignisse und die Katastrophe in Japan stark bewegt wurden. Wir sind bestürzt über die vielen Opfer, die durch den Tsunami und das Erdbeben zu beklagen sind und empfinden Mitgefühl und Solidarität mit den Opfern und ihren Familien.

Gleichzeitig gibt uns die Atomkatastrophe im Osten des Landes aber auch Anlass zu Sorge. Denn sie zeigt: Das Risiko der Nutzung von Kernenergie ist zu hoch!

Viele von uns haben den Reaktorunfall von Tschernobyl vor 25 Jahren nicht miterlebt, viele von uns sind bislang nie unmittelbar mit einer nuklearen Katastrophe konfrontiert worden. Für andere wiederum gehört die Katastrophe von Tschernobyl mit zu den frühesten Kindheitserfahrungen. Bislang hatten viele von uns aber auch das nötige Vertrauen in die Regierung, dass diese die richtigen Entscheidungen treffen und die Risiken so gut wie möglich abschätzen würde.

Doch wenn wir heute nach Japan blicken, wo wir die grausamen Bilder und den Reaktorunfall im Fernsehen mitverfolgen können, wird uns klar: Selbst wenn die Atommeiler kontrolliert werden, selbst wenn die Lage als sicher eingeschätzt wird, so gibt es ein Risiko, welches ein reales Risiko ist und nicht als "Restrisiko" abgetan werden kann. Auch in Deutschland gibt es unvorhersehbare Ereignisse, die Möglichkeit menschlichen Versagens oder die Gefahr, dass durch gezielte Angriffe auf Atomkraftwerke ein Atomunfall ausgelöst wird.

Tschernobyl hat uns gezeigt: Wenn ein atomarer Unfall eintritt, dann sind die Folgen verheerend. Der Unfall hat nicht nur die damalige Generation getroffen. Noch immer leiden die Menschen in der Region und auch die jüngste Generation unter unglaublichen Folgeschäden. 25 Jahre danach scheint sich die Geschichte zu wiederholen. Wir hoffen für die Menschen in Japan das Beste - doch mit jeder Nachricht aus Fukushima schwindet unsere Hoffnung.

Wir begrüßen die Initiative der Bundesregierung, sieben Meiler vom Netz zu nehmen. Wir begrüßen auch die Ankündigung, die Laufzeitverlängerungen zu überdenken. Diese Versprechungen gehen uns aber nicht weit genug. Mit Erneuerbaren Energien gibt es kohlenstoffdioxidarme Alternativen zur Kernenergie, deren Nutzung vielleicht anfangs teurer sein mag, die aber auf langfristige Sicht günstiger werden und uns und den nachfolgenden Generationen Sicherheit bieten.

Wir fordern die Bundesregierung daher auf

  • einen sofortigen Plan zum Ausstieg aus der Atomkraft vorzulegen.
  • alle ihr zur Verfügung stehenden Kräfte und Mittel zu mobilisieren, um eine Wende in der Energiepolitik hin zu Erneuerbaren Energien zu gestalten.
  • sich auf europäischer und internationaler Ebene für den konsequenten Ausstieg aus der Atomkraft, einzusetzen.

Wir möchten in einem Land leben, das mit gutem Beispiel vorangeht und sich für alternative Energien einsetzt. Wir wünschen uns Politikerinnen und Politiker, welche die absolute Sicherheit der Bevölkerung in den Fokus ihrer Überlegungen stellen.

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Diese offizielle E-Petition beim Deutschen Bundestag solltest du ebenfalls sofort mitzeichnen: E-Petition beim Deutschen Bundestag: Nukleare Ver- und Entsorgung - Sofortiger Ausstieg aus der Atomenergie

Bild: Guim Bonaventura i Boi; Lizenz: Creative Commons, BY-NC-SA 2.0