Keinen Fußbreit für Rassist*innen - Pegida und seine Ableger stoppen!

10.06.2015: Beschluss der 31. Bundesmitgliederversammlung in Schwanewede

Campusgrün lehnt das rassistische Gedankengut der sogenannten Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes strikt ab und erklärt sich solidarisch mit denjenigen, die nicht mit der völkischen, heteronormativen und antimuslimischen Ideologie der Bewegung konform gehen. Seit etwa 4 Monaten lässt sich in Dresden ein beängstigender Wachstum der sogenannten Pegida Demos beobachten, die zunächst mit etwa 300 Teilnehmern gestartet hatten und zuletzt 30.000 Menschen mobilisieren konnten für ihre islam und asylfeindlichen Ideen auf die Straße zu gehen. Auch in anderen Städten sprießen immer wieder Ableger dieser Bewegung wie Pilze aus dem Boden Kögida, Bogida, Bärgida, Legida. Sie scheinen unzählbar.

Wir als Campusgrün möchten ein klares Zeichen setzen und uns gegen die rassistischen Parolen stellen. Wir verurteilen Hetze gegen Geflüchtete und zeigen uns mit diesen solidarisch - wir wollen auf eine Welt ohne Grenzen hinwirken. Wir wünschen uns ein offenes und säkulares Europa.

Auch wenn die Pegida Bewegung gespalten ist, und unklar ist wie lange die wöchentlichen Demonstrationen und öffentlichen Auftritte anhalten, so ist durch Pegida doch klar geworden wie tief rassistische, antisemitische und antimuslimische Ressentiments in die Mitte der Gesellschaft vorgedrungen sind. Allein die Verdoppelung der Anzahl von fremdenfeindlichen Angriffen auf Geflüchtete und Muslim*innen seit Beginn der Demonstrationen macht deutlich, das Pegida Fremdenhass wieder salonfähig gemacht hat. Auch nach einem potenziellen Ende von Pegida will Campusgrün es sich weiter zu Ziel machen gegen Rassismus in jeglicher Form zu arbeiten.

Die gesellschaftliche Basis für die neue Rechte wird seit Jahren mit Scheinargumenten für die angebliche Islamisierung und vermeintliche "Ausländerkriminalität" bis hin zum "Untergang des Abendlandes" gebildet. "Der Islam" und "die Flüchtlinge" sind dabei auch Sündenböcke für Unzufriedenheit, politische Ohnmacht, Entfremdung und Ausbeutung, die aus einer Politik resultieren, die nur an der Wahrung von Profiten für einige Wenige interessiert ist.

Wir müssen also - vor allem als Hochschulmitglieder - Wissenschafts- und Bildungsprozesse anstoßen, die dem status quo die Maske der Alternativlosigkeit vom Gesicht reißen, die wirklichen Ursachen sozialer, ökonomischer und ökologischer Probleme ergründen und Teil der Lösung dieser Probleme sein. Wenn wir erkennen und daran arbeiten, dass eine friedliche, humane Welt nicht nur nötig, sondern auch möglich ist, erschweren wir es auch rechten Menschenfängern, die Krisensituation mit Rassismus, Diskriminierung, Ausgrenzung und noch mehr Konkurrenz zu beantworten.

Deswegen unterstützen wir ausdrücklich die lokale und überregionale Bündnisarbeit gegen Rassismus und Nationalismus und zeigen uns solidarisch mit all jenen Menschen, die durch die rassistische, nationalistische und homophobe Pegida-Bewegung bedroht werden. Campusgrün möge beschließen, dass die Beteiligung an offenen Aktionsgruppen gegen Pegida an den verschiedenen Hochschulstandorten, als auch die Mobilisierung hin zu Blockaden und Demonstrationen gegen Pegida in Dresden und anderswo unterstützen.