Der Campusgrün Bundesverband verurteilt jede Form von Antisemitismus!

19.09.2014: Beschluss der 30. BMV in Wiesbaden

Wir, die Mitglieder des Campusgrün Bundesverbandes, sind erschüttert über die antisemitischen Vorfälle der letzten Wochen in verschiedenen Städten der Bundesrepublik und in ganz Europa. Wir hätten es nie für möglich gehalten, dass es je wieder dazu kommen könnte, dass Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland Angst davor haben müssen ihre Religionszugehörigkeit offen zu zeigen. Dieser Punkt ist nun offenbar wieder erreicht, Synagogen werden geschändet wie kürzlich in Essen und Wuppertal und Menschen die in Läden oder auf offener Straße eine Kippa tragen, werden beschimpft und verfolgt, auf Demonstrationen und im Internet werden Schmährufe wie "Hamas, Hamas, Hamas - Alle Juden ins Gas!", "Tod Israel" und "Tod allen Juden" verbreitet. Wir können und wollen so etwas nicht hinnehmen und treten deshalb allen Formen des Antisemitismus konsequent entgegen und solidarisieren uns mit allen jüdischen Menschen in Deutschland. Wir fordern ein sofortiges der Ende der Schmähungen, Beleidigungen und Ausschreitungen gegenüber jüdischen oder als jüdisch wahrgenommenen Institutionen und Personen.

Dies stellt ausdrücklich keine Positionierung im aktuellen Konflikt um den Gazastreifen oder im langjährigen Nahost-Konflikt dar. Mit dieser Erklärung richten wir uns aber zuallererst gegen den Antisemitismus in Deutschland, der scheinbar wieder gesellschaftsfähig ist und von einer immer größer werdenden Gruppe und Angehöriger aller Schichten, Millieus und politischer Lager geduldet, wenn nicht sogar unterstützt wird. Wir stehen für eine offene, pluralistische Gesellschaft und verurteilen daher prinzipiell alle Formen von Antisemitismus, Antiislamismus, Antiziganisimus, Rassimus, sowie jedweder Diskriminierung. Dies schließt ausdrücklich Volksverhetzung mit ein, denn Volksverhetzung ist keine bloße Meinungsäußerung, sie ist eine Praxis der Gewalt.

Wir fordern alle Menschen in Deutschland dazu auf sich unserer Zivilgesellschaft bewusst zu werden und aktiv gegen Antisemitismus vorzugehen, sich den Antisemiten in den Weg zu stellen und weitere Übergriffe zu verhindern und jüdische Gebäude und Institutionen zu schützen. Wir unterstützen Dieter Graumann in seiner Forderung nach einer Welle der Solidarität mit den in Deutschland lebenden Jüdinnen und Juden, alle gesellschaftlichen Gruppen sind hier in der Pflicht, sich gegen jede Form des Antisemitismus zu stellen. Wir bringen unsere Hoffnung zum Ausdruck, dass sich solche Vorfälle nicht weiter häufen. Gruppen und Individuen jeglicher Religionszugehörigkeit sollen in unserem Land weiterhin friedlich zusammen leben können.