Campusgrün Baden-Württemberg unterstützt die Forderungen der Protestierenden

17.11.2009: Zu den anhaltenden Besetzungen von Hochschulen weltweit und den gestrigen Demonstrationen zum Auftakt des zweiten Bildungsstreikes 2009 erklärt Helene Ganser, Sprecherin von Campusgrün Baden-Württemberg:

"Mehrere Zehntausend SchülerInnen und Studierende haben erneut ein deutliches Signal an die Verantwortlichen in der Bildungspolitik gesetzt: die bisherige Bildungspolitik ist gescheitert. Was nun benötigt wird, sind neue Ideen und Konzepte, nicht nur bloße handwerkliche Korrekturen. Eine reine Umsetzung der Beschlüsse der Kultusministerkonferenz reicht nicht aus!"

Alleine in den baden-württembergischen Hochschulstädten sind mehr als 10 000 Studierende und SchülerInnen für ein Umdenken in der Bildungspolitik auf die Straßen gegangen.

Eine grundlegende Überarbeitung der BA/MA-Studiengänge genügt nicht. Die Forderungen der Studierenden nach einer Demokratisierung der Hochschule und mehr Mitsprache müssen endlich ernst genommen werden. Dies geht einher mit der Forderung nach einer Abkehr vom Modell einer "unternehmerischen" Hochschule und der Tendenz, eine Hochschule in zunehmendem Maße nach wirtschaftlichen Kriterien auszurichten. "Management-Strukturen, wie das Top-Down-Prinzip in Entscheidungsprozessen, haben an einer Bildungseinrichtung nichts zu suchen", so Daniel Kanzleiter, Sprecher von Campusgrün Baden-Württemberg.

Campusgrün Baden-Württemberg fordert die Verantwortlichen in Bund und Ländern auf, sich von leeren Worthülsen zu verabschieden und endlich eine Reform des Bildungssystems anzupacken. "Die Proteste werden noch weiter anschwellen, wenn seitens der Politik und der Hochschulleitungen nicht endlich konkrete Zugeständnisse gemacht werden", so Kanzleiter weiter.

Campusgrün Baden-Württemberg solidarisiert sich mit den Besetzungen an weltweit mittlerweile über 50 Hochschulstandorten und verurteilt jedweden Versuch einer Kriminalisierung des friedlichen Protests.