Auf dem Weg zum Big Brother Staat ? - Bayernweite Datenschutzvortragsreihe mit Julia Seeliger

08.06.2008: Ende April 2008 rückte Campusgrün Bayern den Datenschutz in den Mittelpunkt einer bayernweiten Vortragsreihe, bei der Julia Seeliger vier bayerische Universitäten besuchte. Unterstützt wurde der Verband dabei von der Petra-Kelly-Stiftung.

Datenschutz - ein Wort das oft gebraucht wird und selten mit Inhalt gefüllt wird. Zwar gibt es aller Ort Datenschutzbestimmungen und Beauftragte, doch der Trend zum immer größerer werdenden Datensammelwut sowohl von Behörden als auch Firmen ist ungebrochen.

Die einen sammeln Daten zur Kriminalitätsbekämpftung und weil man damit angeblich Terroranschläge verhindern kann, die anderen um Kundenprofile zu erstellen, personalisierte Werbung zu generieren und das Kundenverhalten auszuforschen. Was bleibt ist der gläserne Bürger, der gläserne Kunde.

Angesichts dieser Tendenzen und weil viele Menschen in den Weiten des Internets oftmals selbst sehr leichtsinnig mit ihren persönlichen Daten umgehen, lud Campusgrün Bayern im April zur Datenschutzvortragsreihe mit Julia Seeliger. Julia Seeliger ist mit 29 Jahren das jüngste Mitglied im Parteirat der Grünen, Bloggerin und Technikjournalistin. Für ihre Generation ist der Umgang mit Internet und digitalen Medien selbstverständlich.

Seeliger kritisierte die neuesten Pläne des Innenministers Schäuble und der Justizministerin Zypries. Diese gingen mit ihrem Vorschlag eines neuen Gesetzes für das Bundeskriminalamt (BKA) mit Online-Durchsuchungen, Videoüberwachung im privaten Umfeld und der sechsmonatigen Speicherung von Daten, die Auskunft über besuchte Internetseiten und geführte Telefongespräche an die Öffentlichkeit.

Darüber hinaus sei es wichtig, dass man ein Bewusstsein für den Umgang mit seinen eigenen Daten entwickle. Im digitalen Zeitalter verbreiten sich Informationen in Sekundenschnelle. Die Aufbewahrung und Vernetzung dieser Daten läuft vollautomatisch und ohne großen Aufwand. Was einmal ins Netz gelangte, sei dort kaum mehr wieder heraus zu bekommen.

Nach den Vorträgen kam es an allen Universitäten zu regen Diskussionen, bei denen sich zeigte, dass die Studierenden die Gefahren des Datenmissbrauchs sehr wohl wahrnehmen, ihnen zum Teil aber das nötige Wissen fehlte, auf diese Gefahren richtig zu reagieren. Die Grüne Hochschulgruppe Passau reagierte daraufhin sofort und organisierte wenige Wochen danach einen Datenschutzworkshop. Dort wurden die wichtigsten Fragen der Datensicherheit, E-Mailverkehr, Soziale Netzwerke, anonymes Surfen und vieles mehr behandelt und praktische Tipps gegeben.

Für den Verband war diese erste bayernweite Veranstaltungsreihe ein sehr guter Testlauf, der zeigte, dass sich die Kooperation der Grünen Hochschulgruppen für alle auszahlt. Die positiven Reaktionen der beteiligten Gruppen und Studierenden vor Ort sind Ansporn, solche Veranstaltungen zu wiederholen. Auch die Zusammenarbeit mit der Petra-Kelly-Stiftung, ohne die diese Vortragsreihe finanziell nicht möglich gewesen wäre, gestaltete sich sehr positiv und lässt für die Zukunft hoffen.

Vorstand Campusgrün Bayern


Bericht der GHG Würzburg
Datenschutzworkshop Grüne Hochschulgruppe Passau


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