Prohibition abschaffen - für eine moderne Drogenpolitik

10.06.2015: Beschluss der 31. Bundesmitgliederversammlung von Campusgrün

Der Bundesvorstand soll sich in der Öffentlichkeit und besonders in der Partei Bündnis90/ Die Grünen für die Drogenmündigkeit und Legalisierung aller Drogen einsetzen.

In vielen Ländern weltweit gibt es schrittweise Entwicklungen hin zur Entkriminalisierung von Drogen. So kann in den Niederlanden, Uruguay und in Teilen der USA bereits Cannabis legal konsumiert werden. Auch in Deutschland wurde nun zumindest der Eigenanbau von Cannabis aus Gesundheitsgründen legalisiert. In deutschen Großstädten wird ebenfalls zunehmend von Behörden und Politik festgestellt, dass eine Kriminalisierung von Drogenkonsum nur hohe Kosten schafft und den Drogenabhängigen in keiner Weise hilft. Zusätzlich ist die Differenzierung zwischen weichen und harten und legalen und illegalen Drogen sehr willkürlich. Alkohol, als einer der schädlichsten Drogen, ist legal erhältlich, während MDMA und Cannabis trotz ihres geringeren Suchtpotenzials im Vergleich zu Nikotin illegal sind. Eine Rangordnung ist an dieser Stelle nicht sinnvoll. Auch aus strafrechtlicher Sicht ist fraglich, inwiefern die Selbstschädigung eines Individuums einer Strafe des Staates bedarf. Zumal mit der aktuellen Repressionspolitik illegale, ausbeuterische Systeme sowie die Gesundheitsgefährdung von Konsument*innen befördert wird. Statt stumpfer Repression bedarf es einer klar kontrollierten Abgabe aller Drogen in Drogenfachgeschäften und die fachgerechte Schulung der Angestellten. Daneben muss allen Menschen eine umfassende Aufklärung über die Wirkung von Drogen und, wenn gewünscht, Hilfe angeboten werden. Darum fordert Campusgrün die Legalisierung aller Drogen!

Der Bundesvorstand soll zunächst den Fokus auf die Legalisierung von Cannabis setzen, da sich in diesem Bereich die Debatte momentan am meisten bewegt. Längerfristiges Ziel von Campusgrün sollte jedoch die gesamte Legalisierung von Drogen sein.

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