Hochschulräte abschaffen - Viertelparität in akademischen Gremien einführen

01.04.2012: beschlossen auf der 25. Mitgliederversammlung des Campusgrün-Bundesverbands am 1. April 2012 in Halle (Westfalen)/Hesseln

In den letzten Jahren wurden neben klassischen Entscheidungsstrukturen an den Hochschulen in vielen Bundesländern Hochschulräte eingeführt. Diese erfüllen eine Funktion wie Aufsichtsräte in Unternehmen. Auch wenn die Ausgestaltung verschieden ist, haben sie eines gemeinsam: Sie schaffen die akademische Selbstverwaltung ab. So ist es nicht mehr möglich, Entscheidungen durch die Hochschulangehörigen selber zu treffen.

Hochschulräte sind häufig durch Vertreter*innen aus Wirtschaftsunternehmen dominiert. Dies hat zur Folge, dass wirtschaftliche Interessensverbände die finanzielle, personelle oder inhaltliche Ausrichtung der Hochschule bestimmen können. Eine Instrumentalisierung von wissenschaftlichen Einrichtungen und Bildung durch Wirtschaftsunternehmen lehnen wir ab.

Legitimiert werden die Hochschulräte damit, dass die Hochschulen Beratung aus "der Mitte der Gesellschaft" benötigten. Diese Beratung kann jedoch auf freiwilliger Ebene erfolgen. Statt einer Überführung in ein Gremium, in dem verschiedene gesellschaftliche Gruppen aktiv sind, fordert der Campusgrün-Bundesverband daher die Abschaffung von Hochschulräten.

Zugunsten der derzeitigen Entscheidungsstrukturen müssen die akademischen Senate gestärkt werden. Hier ist es außerdem notwendig, die Statusgruppen (Studierende, wissenschaftliche und nicht-wissenschaftliche Mitarbeiter*innen sowie Professor*innen) gerechter an Entscheidungsprozessen zu beteiligen. Daher fordert der Campusgrün Bundesverband eine Viertelparität in allen Gremien der akademischen Selbstverwaltung.

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