Gegen universitäre Aufnahmeprüfungen als Regelfall

01.05.2003: Angesichts immer neuer universitärer Auswahlverfahren spricht sich das Bündnis Grün-Alternativer Hochschulgruppen gegen solche als Regelfall aus.

Beschluss der 7. Bundesversammlung des Bündnisses grün-alternativer Hochschulgruppen zum Thema Hochschulzugang aus dem Mai 2003.

Das Bündnis Grün-Alternativer Hochschulgruppen spricht sich gegen universitäre Aufnahmeprüfungen als Regelfall aus.

Derzeit etablieren sich zwei verschiedene Formen von Aufnahmeprüfungen an deutschen Hochschulen: Die einen versuchen, über psychologische Eignungsfeststellungsverfahren zu prüfen, ob die Bewerber zum "Profil der Hochschule" passen. Die anderen jagen die Studienanwerter durch eine weitere Leistungskontrolle, weil sie das Abitur oder äquivalente Abschlüsse für unzureichend und für regional zu unterschiedlich halten.

Wir lehnen beide Formen der allgemeinen Eingangsprüfungen ab. Die Eingangsklausuren stellen eine völlig unnötige Verdoppelung der allgemeinen Hochschulreife dar. Auch können sich viele, die sich für ihr Abi alle Mühe gegeben haben, weder ein weiteres halbes Jahr für die Aufnahmeprüfung büffeln noch die Reisen dorthin leisten.

Bei den psychologischen Tests von "Neigung und Begabung" ist die Gefahr groß, dass dabei Menschen nach Kriterien selektiert werden, die mit Studieneignung nichts zu tun haben weil sie dem universitären "Profil" nicht entsprechen. Diese Kriterien können von Äußerlichkeiten wie Hautfarbe, Geschlecht, Behinderung oder auch nur Kleidung bis hin zu politischen Auffassungen oder psychischen Dispositionen reichen.

Das Bündnis Grün-Alternativer Hochschulgruppen spricht sich für das Abitur als tatsächliche allgemeine Hochschulreife aus. Der Bildungsföderalismus erzeugt zwar eine Vielfalt von Möglichkeiten das Abitur zu absolvieren, die Qualifikationsstufe wird aber durch die bundesweite Kooperation durchaus vergleichbar gehalten. Sollte tatsächlich wissenschaftlich festgestellt werden, dass das Abitur für den Hochschulzugang nicht mehr ausreicht, so muss die allgemeine Hochschulreife ihrem Anspruch entsprechend reformiert werden, statt ein Alternativ- oder Zweitabitur einzuführen.

Das Bündnis Grün - Alternativer Hochschulgruppen will auch Menschen ohne Abitur den Zugang zur Hochschule ermöglichen. In diesem kleinen Teil von Fällen kann es sinnvoll sein, Aufnahmeprüfungen zuzulassen.

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