Schavan zeigt sich erneut unbelehrbar

23.11.2009: Campusgrün kritisiert Kurzsicht der Ministerin

Wie die Bildungsministerin Schavan laut dpa-Meldung vom 23.11.09 der ARD sagte, stimme sie mit den Inhalten der Studierendenproteste dort überein, wo es um Studiengänge gehe, die "überfrachtet" seien. Sie glaube an Änderungen "in den nächsten Monaten". Weiterhin bekräftigte sie gegenüber dem Sender ihren Willen, am Bildungssparen festzuhalten.

Campusgrün kritisiert diese bemerkenswerte Kurzsicht der Ministerin scharf. "Eine Reduzierung der Forderungen der streikenden Studierenden auf die zu hohe Arbeitsbelastung ist angesichts der Vielzahl der vorgetragenen Anliegen mehr als lächerlich", erklärt Jacqueline Klimesch, Sprecherin von Campusgrün. Stattdessen versuche die Ministerin ihren Schnellschuss des "Bildungssparens" gegen berechtigte Skepsis blind durchzusetzen.

"Das von Frau Schavan angedachte Modell wäre nicht viel mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Eine Nachlagerung der Belastung oder ein wie auch immer geartetes Sparmodell, das noch immer Studierende aus wohlhabenderen Familien bevorzugt, senkt die soziale Selektivität des Bildungssystems nicht. Es reproduziert vorhandene Ungleichheiten und setzt viel zu spät im individuellen Lebenslauf an."

Nach Meinung von Campusgrün werden durch das sogenannte Bildungssparen die Probleme nicht löst, sondern nur verlagert.

Weiterhin macht Campusgrün deutlich, dass das über Jahre vernachlässigte und systematisch negativ veränderte Bildungssystem nicht innerhalb weniger Monate durch Ad-hoc-Maßnahmen zu verbessern ist. Es reicht nicht, die negativen Auswirkungen des Bologna-Prozesses im Kleinen abmildern zu wollen. Angestrebt werden müssen in einem ganzheitlichen Ansatz langfristige, strukturelle Verbesserungen und eine bedarfsgerechte Finanzierung des Bildungssektors.

"Was ihr Verhalten betrifft, scheint Frau Schavan nach ihrer Kritik an den Streikenden im Sommer durch den öffentlichen Druck dazu gelernt zu haben. Bedauerlicherweise zeigt ihre Aussage aber auch, dass die Bildungsministerin inhaltlich auf ihrem gestrigen Stand verharrt und die komplexen Inhalte der internationalen Bildungsstreikbewegung noch immer nicht verstanden hat. Auf wohlfeine Verständniserklärungen können die Streikenden verzichten!", fasst Patrick Luzina, Sprecher von Campusgrün, zusammen.

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