Stimme der Solidarität - Sie kennt keine Grenzen!

26.10.2009: Campusgrün unterstützt die Proteste der österreichischen Studierenden. Bologna muss europaweit reformiert werden! Zugang zu kostenloser Bildung ist ein Menschenrecht. Selbstverwaltete Forschung und Lehre ist die Basis guter Universitäten.

Unsere Solidarität und Unterstützung haben die österreichischen Studierenden, die Universitäts-übergreifend durch friedlichen Protest ihren Forderungen nach einer Redemokratisierung der Hochschulen, selbstbestimmtem Forschen und Lernen, Abschaffung von Bildungs- und Studiengebühren, freiem Master-Zugang für alle Studierenden sowie Ausfinanzierung der Universitäten und anderer Bildungseinrichtungen Ausdruck verleihen.

Jacqueline Klimesch, Sprecherin des Bundesvorstands von Campusgrün: "Europaweit leiden die Studierenden unter derselben, übereilt von oben herab eingeführten, unausgereiften Reform des Studiums. In Deutschland haben wir die gleichen Probleme wie in Österreich."

Durch Bologna wird das Studium zunehmend verschult; Für selbstbestimmtes Studieren wird kein Raum gelassen. Die radikale Studienzeitverkürzung führt zu überfrachteten Lehrplänen. Durch die überhöhte Prüfungsanzahl und die völlig unzureichende Zahl an Master-Plätzen stehen die Studierenden unter einem starken Leistungsdruck. Studiengebühren zwingen in eine Schuldenfalle oder erhöhen den Druck durch zusätzliche Arbeitsbelastung; Das Studium wird zwangsläufig zum Nebenjob degradiert. Der Trend zum Abbau von Selbstverwaltungs-Strukturen führt zu einer zunehmenden Entde<mokratisierung und verhindert die Mitgestaltung von Forschung und Lehre durch Studierende und andere Beteiligte.

Patrick Luzina, Sprecher des Bundesvorstands von Campusgrün: "Der Studierendenprotest ist die logische Folge einer unsozialen, neoliberalen Wissenschaftspolitik. Es ist ein untragbarer Zustand, wenn der familiäre Hintergrund über den Zugang zu universitärer Bildung entscheidet. Soziale Selektion darf nicht das Ziel europäischer Bildungspolitik sein!"

Gute Hochschulpolitik beginnt mit einer gesunden Selbstverwaltung, die Partizipationsmöglichkeiten zur Gestaltung von freier Forschung und Lehre für alle universitären Akteure bietet. Die aktuelle Bildungspolitik des österreichischen Wissenschaftsministers Johannes Hahn steht dem diametral entgegen.

Der Bundesvorstand von Campusgrün unterstützt die Wiener KommilitonInnen in ihrem Anliegen für eine demokratische und soziale Bildungspolitik!

Mit der Bitte um Veröffentlichung. Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Bundesvorstand Campusgrün

Über Campusgrün:

Campusgrün ist der Dachverband grüner und grün-naher Gruppen an Hochschulen in Deutschland. Unsere 45 Mitgliedsgruppen sind über die Beteiligung an ASten oder über Senate, Konzile und Konvente an der aktiven Hochschulpolitik beteiligt. Inhaltlich besteht unsere Arbeit aus einer Mischung von ökologischen und hochschulpolitischen Themen wie dem Kampf gegen Studiengebühren, für ein gerechteres BAföG und ausreichende Bildungsfinanzierung.

Hintergrundinfos zum Studierendenprotest in Österreich:

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