Internationaler Frauentag 2018 - der feministische Kampf geht weiter!

08.03.2018: "Feministische Politik ist 2018 also leider immer noch alles andere als überflüssig. Gerade die Debatten um #metoo und das Abtreibungsverbot, die anhaltende Unterrepräsentation von Frauen in Führungspositionen und die Wahl eines offen frauenfeindlichen US-amerikanischen Präsidenten zeigen, dass eine breite, und solidarische feministische Bewegung in den kommenden Jahren unerlässlich ist!"

Am 30. November 2018 jährt sich die Einführung des aktiven und passiven Wahlrechts für Frauen* in Deutschland zum hundertsten Mal. Ohne Frage: ein riesiger Erfolg der Frauenbewegung. Längst nicht alle waren damals dafür, so war es durchaus anerkannt Frauen aufgrund ihres "Wesens" eine verminderte Intelligenz zu zusprechen. Insbesondere des großen Engagements von Clara Zetkin und der sozialistischen Frauenbewegung ist es zu verdanken, dass das Frauenwahlrecht trotz all der Widerstände auch in Deutschland eingeführt wurde. Auch wenn das universelle Wahlrecht damit ein bisschen universeller wurde, ist die Gleichberechtigung von Frauen* und Männern* trotz der formalen Gleichheit auch 2018 noch nicht erreicht.

Situation von Frauen* an Hochschulen

Auch wenn die Zahl der weiblichen Studienanfängerinnen die der männlichen im bundesdeutschen Durchschnitt leicht übersteigt, zeigt sich spätestens ab der Promotion eine aufgehende Kluft, die auf der Ebene der Professor*innen bei einem Frauenanteil von lediglich 23% ankommt. Außerdem zeigt sich, dass der Frauenanteil durch Neuberufungen nicht so schnell wie Anfang der 2000er Jahre erhofft ansteigt. "Die strukturellen Bedingungen für diese Differenz müssen stärker ins Auge gefasst und verändert werden!", so Anika Schmütz, Bundessprecherin von Campusgrün.

Angriffe auf Frauen- und Genderstudies

Die anhaltenden öffentlichen Angriffe und Diskreditierungen gegen die Forschung und Lehre im Bereich "Gender Studies" zeigen, dass auch feministische Wissenschaft immer noch ein umstrittenes und prekäres Feld ist. Campusgrün fordert daher eine breitere Solidarisierung mit den Wissenschaftler*innen der "Gender Studies", um den anti-feministischen Backslash zu verhindern. "Die interdisziplinäre Geschlechterforschung ist eine notwendigerweise voranzutreibende Wissenschaft, die gerade in Anbetracht des aktuellen Backlashs wichtig ist, um zu analysieren, welche Geschlechterrollenverständnisse in der gegenwärtigen Gesellschaft verhandelt werden.", so Danny Behrendt, Bundessprecher von Campusgrün.

"Feministische Politik ist 2018 also leider immer noch alles andere als überflüssig. Gerade die Debatten um #metoo und das Abtreibungsverbot, die anhaltende Unterrepräsentation von Frauen in Führungspositionen und die Wahl eines offen frauenfeindlichen US-amerikanischen Präsidenten zeigen, dass eine breite, und solidarische feministische Bewegung in den kommenden Jahren unerlässlich ist!", ergänzt Anika Schmütz abschließend.

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