Hochschulpakt II - und doch kein Ende in Sicht

03.05.2009: Doppelte Abitur aber auch geburtenstarke Jahrgänge werden bis 2014 mehr Abiturienten denn je in Richtung Hochschulen strömen lassen. Mit bis zu 500.000 mehr Studierenden wird Bundesweit gerechnet. Die Frage, die sich stellt: Wohin nur mit all den Studierenden???

Hochschulpakt II - und doch kein Ende in Sicht

Um dieses Problem zu lösen saßen monatelang in zähen und schwierigen Verhandlungen die Bildungsminister der Länder sowie die Bundesbildungsministerin zusammen um gemeinsam ein Paket für mehr Studienplätze zu schnüren.

So einigte man sich vor wenigen Wochen auf einen zwar mageren Ausbau der Studienplätze, die auch zukünftig weit unter dem OECD-Durchschnitt finanziert werden, aber man einigte sich. Bis zum Jahre 2015 sollen 275.000 zusätzliche Studienplätze an den deutschen Hochschulen entstehen. Auch sollen die 91.000 Studienplätze aus dem Hochschulpakt I, die bis 2010 entstehen sollen finanziell etwas besser ausgestattet werden. Bund und Länder plan(t)en insgesamt 6,4 Milliarden Euro für den Ausbau von Studienplätzen bereitstellen.

Doch unverhofft kommt oft! Am 30. April erklärte nämlich der oberste Haushälter des Bundes, dass das mit dem Haushalt alles so eine Sache sei und vor der Bundestagswahl nicht abschließend über die Investitionen entschieden werden kann. Reden Frau Schavan und Herr Steinbrück eigentlich miteinander über ihre Arbeit?

Ob nach der Wahl nun wirklich was daraus wird, bleibt abzuwarten. Neue Regierung, neue Koalitionsverhandlungen, neue Interessen der Länder - Wer glaubt, die zäh errungene Einigung nach der Wahl einfach umsetzen zu können, dürfte mit einer politisch naiven Natur ausgestattet sein. Doch was soll mit all den Studienberechtigten passieren, die keinen Studienplatz finden werden, wenn der Pakt scheitert? Wo sollen all die dringend benötigten Akademiker herkommen, die nach der Krise benötigt werden? Vielleicht ist ja Zeit für einen neuen Bildungsgipfel!

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