Pressemitteilung zum ersten Semester ohne Studiengebühren

16.04.2012: Campusgrün Baden-Württemberg und die Juso-Hochschulgruppen Baden-Württemberg zeigen sich erfreut, dass mit der Abschaffung der Studiengebühren eine wichtige gemeinsame Forderung mit dem nun startenden Semester Realität wird.

"Die Abschaffung der Studiengebühren war wichtig und richtig. Wir haben immer betont: Bildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen! Daher ist die Abschaffung nun ein erster Schritt zur Bildungsgerechtigkeit. Dass immer noch weit mehr Kinder mit akademisch gebildeten Eltern studieren als Kinder, deren Eltern nicht studiert haben, bleibt jedoch eine große Herausforderung," erklärt Judith Hantel, Landeskoordinatorin der Juso-Hochschulgruppen.

"Studiengebühren sind ein Auslaufmodell. Nur noch Bayern und Niedersachsen halten an der Campus-Maut fest. Studien, beispielsweise des Hochschul-Information-Systems, haben längst nachgewiesen, dass Studiengebühren AbiturientInnen aus finanzschwachem Elternhaus vom Studieren abhält," so Patrick Stoll aus dem Landesvorstand von Campusgrün Baden-Württemberg. OECD-Studien stellen immer wieder fest, dass Deutschland bei der Bildungsgerechtigkeit nur mittelmäßig bis schlecht abschneidet.

Campusgrün und die Juso-Hochschulgruppen kritisieren jedoch, dass Studiengebühren für nicht konsekutive Masterstudiengänge weiterhin bestehen. Diese werden auf weiterbildende Masterstudiengänge erhoben, die eine berufspraktische Erfahrung voraussetzen. Des Weiteren fordern die politischen Hochschulgruppen auch die Verwaltungsbeiträge in Höhe von 40 € pro Semester abzuschaffen, da diese ebenfalls eine Art der Bildungsgebühren sind.

Hinsichtlich des Zeitpunktes der Abschaffung herrschte Uneinigkeit zwischen den Hochschulgruppierungen und den Parteien. "Wir hätten uns das Ende der Studiengebühren natürlich schon zum letzten Wintersemester gewünscht," erläutert Christian Dristram, Landeskoordinator der Juso-Hochschulgruppen. "Es ist für uns allerdings ein klar positives Signal, dass die grün-rote Landesrierung ihr Wahlversprechen eingehalten hat," stellt Dristram klar.

Betont hatten Campusgrün und die Juso-HSGn immer, dass durch den Wegfall der Studiengebühren keine Löcher in den klammen Haushalten der Hochschulen entstehen sollten. "Mit den sogenannten Qualitätssicherungsmitteln wird der Wegfall der Studiengebühren komplett kompensiert" zeigt sich Marie Zeller, Landesrätin von Campusgrün Baden-Württemberg, erfreut. "Das eingeführte Mitspracherecht der Studierenden bei der Vergabe dieser Mittel ist ein erster Schritt zur Demokratisierung der Hochschule." Die Mitsprachemöglichkeiten der Studierenden in den Hochschulen soll nun durch die Wiedereinführung der Verfassten Studierendenschaft und durch eine Novellierung des Landeshochschulgesetzes, die für das Jahr 2014 geplant ist, weiter gestärkt werden.

Zugehörige Dateien:
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