Bericht von der 39. Bundesmitgliederversammlung in Erlangen vom 28.-30. Juni 2019

"Was hat uns motiviert in die Hochschulpolitik zu gehen?" Mit dieser Frage stiegen 27 Delegierte und Mitglieder aus 16 unterschiedlichen grün-alternativen Hochschulgruppen in eine diskussionsfreudige und produktive 39. BMV ein, die unter dem Motto der "Solidarität" stand.
In Workshops haben wir die revolutionären Ambitionen und Praktiken des sozialistischen chilenischen Präsidenten Salvador Allendes besprochen und anhand der Auswirkungen auf die studentischen Solidaritätsbewegungen diskutiert. Ableitend davon überlegten wir, zu was für Themen und in welcher Form wir studentische Protestaktionen als sinnvoll erachten. Auch entwickelten wir Thesen über die Funktion und Notwendigkeit Kritischer Wissenschaft, stritten über verschiedene Demokratieverständnisse und besprachen die Verhinderungen und Kämpfe einer eingreifenden Wissenschaft.
Neben den inhaltlichen Diskussionen fand auch viel Vernetzung und Austausch zwischen den Gruppen statt - wir im Bundesvorstand haben dabei in Kombination mit den Ergebnissen der Gruppenumfrage viele Impulse für die Arbeit in den nächsten Monaten und für eine effektivere Verbandsstruktur und Einbindung der Gruppen bekommen.

Im Anschluss wurden in einer längeren Antragswerkstatt an den Anträgen zum Psychotherapeutenausbildungsgesetz, zur Ablehnung von Studentenverbindungen, zur gerechteren Hochschulfinanzierung und gegen den EU-Rüstungsfond gefeilt. Alle Anträge wurden am nächsten Tag mit großer Zustimmung der Delegierten beschlossen: Aus Solidarität heraus wollen wir uns nun für die Schaffung einer Ausbildung zur Psychotherpeut*in, die unabhängig vom Einkommen, unterschiedlichen Lebensentwürfen und hochschulzugangsberechtigender Bildungsherkunft ist, einsetzen; aus dem solidarischen Support antipatriachaler und antiklassistischer Strukturen heraus akzeptieren wir keine Mitglieder in Campusgrün, die sich gleichzeitig in Studentenverbindungen bewegen und setzen uns für eine aktive Arbeit gegen Rechts ein. Wir stellen uns aus Solidarität mit Menschen in militärischen Konfliktregionen gegen die Aufrüstung der Europäischen Union und wollen uns stattdessen für einen EU-Friedensfond mit Geldern für Programme zum Kulturaustausch und Technologietransfer einsetzen; zu guter Letzt streben wir nach einer solidarischen und bedarfsdeckenden Hochschulfinanzierung, die gleiche Studienbedingungen unabhängig vom Standort und Drittmittel-Leistungsreputation der Hochschule ermöglicht.

Außerdem wurden die Campusgrün Gruppen aus Braunschweig und Oldenburg im Verband aufgenommen - herzlich Willkommen im Verband!

Alle beschlossenen Anträge findet ihr hier auf unserer Website und die von uns aufgenommenen Fotos in der Mitgliedercloud.

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