Freie Lehre - ohne Einmischung der katholischen Kirche!

14.06.2017: Pressemitteilung anlässlich der Podiumsdiskussion heute in Würzburg bekräftigt der freie zusammenschluss von studentInnenschaften (fzs) e. V. und der Campusgrün Bundesverband die Forderung zur Abschaffung von Konkordatslehrstühlen

Konkordatslehrstühle beschreiben das Mitspracherecht der katholischen Kirche bei der Besetzung von Lehrstühlen. Dies wird meist auf Lehrstühle für Philosophie, Gesellschaftswissenschaften oder Pädagogik angewandt vor allem in Bayern, aber auch in Mainz und Freiburg. Ein Besetzungvorschlag kann qua Veto von der katholischen Kirche verhindert werden.

Madelaine Stahl, Sprecherin des Campusgrün Bundesverbandes erklärt dazu: "Seit 1924 wurde keine Modernisierung der Vereinbarung zwischen Staat und Kirche vorgenommen. Ein Rückzug der katholischen Kirche aus der Lehrer*innenbildung wie damals vereinbart reicht aber nicht. In einem säkulären Staat wie Deutschland sollte die katholische Kirche keinen Einfluss auf die Besetzung von Lehrstühlen haben."

"Wissenschaft braucht Freiheit und Verantwortung. Dazu gehört auch, dass Lehrstühle auf Grundlage der Qualifikation der Bewerber*innen besetzt werden. Die Meinung der katholischen Kirche dazu darf keine Rolle spielen und es ist auch fraglich, ob die Qualifikation dafür überhaupt gegeben ist." ergänzt, Miriam Block, Projektkoordinatorin im Bundesvorstand von Campusgrün, und führt weiter aus: "Ein bekanntes Beispiel ist die Besetzung der Professur für praktische Philosophie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg im Jahr 2007. Die Bewerberin hat sich in ihrer Dissertation positiv-kritisch mit Abtreibung auseinandergesetzt und war kein Mitglied der katholischen Kirche - die Zustimmung des zuständigen Bischofs fehlte."

Janek Heß, Vorstandsmitglied im fzs, fordert: "Konkordatslehrstühle müssen endlich aus allen Gesetzen gestrichen werden. Selbst die Bischofskonferenz hat erkannt, dass diese Regelung nicht mehr zeitgemäß ist und verzichtet auf das Recht seit 2013. Es ist höchste Zeit, dass die bayrische Landesregierung Anliegen der Studierendenschaft ernst nimmt und studentische Mitbestimmung ermöglicht."

Die Podiumsdiskussion findet am 14.06.2017 um 20.00 Uhr im Festsaal über der Burse (Am Studentenhaus 1, 97072 Würzburg) statt. Es diskutieren Verena Osgyan (MdL, Bündnis 90/Grüne), Burkard Hose (Hochschulpfarrer der KHG), Thomas Neumann (Mitarbeiter am Institut für Kanonisches Recht der Universität Münster) sowie Dr. Thomas Goppel (MdL, CSU).

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